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Foto: .thinkstockphotos.de
Große, dunkle Augen machen nicht nur Babys attraktiv, sondern auch Frauen.
 
Augenheilkunde 9. Mai 2012

Pupillen sind bei Frauen größer

Laut einer Hypothese könnte die Natur das weibliche Geschlecht mit einem Baby-Look ausgestattet haben.

Im Rahmen einer Untersuchung haben spanische Forscher herausgefunden, dass die Pupillen von Frauen weiter sind als jene von Männern. Diesen geschlechtsspezifischen Unterschied konnten sie bei 379 normalsichtigen Erwachsenen beobachten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Surgical and Radiologic Anatomy.

 

„Wir wissen sehr wenig über normalsichtige Augen, obwohl man sie als Maß bei Kurz- und Weitsichtigkeit heranziehen sollte“, erklärt der Studienautor Juan Alberto Sanchis-Gimeno von der Universität Valencia, Spanien. „Physiologisch bedeutet eine größere Linse eine höhere Empfindlichkeit auf Lichtstärke“, erklärt Hannes Paulus, Leiter des Departments für Evolutionsbiologie der Universität Wien. Wenngleich eine wissenschaftlich nachvollziehbare Erklärung für den beobachteten Geschlechtsunterschied bisher noch fehlt, spekuliert der Experte über einen Zusammenhang mit dem Kindchenschema. „Große, dunkle Augen machen nicht nur Babys attraktiv, sondern auch Frauen. Im Bereich der Kosmetik wird dies auch ausgenutzt – doch vielleicht hat die Natur dem schon vorher nachgeholfen“, erklärt der Evolutionsbiologe seine Hypothese.

Hornhaut-Topografie

Die spanischen Forscher setzten bei dieser ersten derartigen In-vivo- Überprüfung die Hornhaut-Topografie ein, die eine neue Messmethode zur Abbildung von Krümmungsradien und Höhendaten der Hornhaut sowie der Regenbogenhaut darstellt. Gemessen wurde bei der Untersuchung auch der Pupillendurchmesser der untersuchten Personen. „Obwohl es keine großen Unterschiede bei den meisten beobachteten Parametern gab, haben normalsichtige Frauen eine deutlich weitere Pupille als Männer“, stellt Sanchis-Gimeno fest.

Die Pupille reguliert als dehn- und zusammenziehbare Öffnung die einfallende Lichtmenge. Das Licht gerät somit auf die Linse, wird von ihr gebrochen und auf die Netzhaut geworfen, wo es von Fotorezeptorzellen in Nervenimpulse umgewandelt und über den Sehnerv ans Gehirn weitergeleitet werden kann. Zwischen drei und 4,5 Millimeter beträgt der Pupillendurchmesser beim Menschen, wobei sich dieser Wert in Dunkelheit auf fünf bis neun Millimeter erhöht. Kontrolliert wird die momentane Größe von zwei Muskeln, dem M. sphincter pupillae (Pupillenschließmuskel) und dem M. dilatator pupillae (Pupillenerweiterer).  

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