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Augenheilkunde 1. Februar 2012

Reversible Präsenz korpuskulärer maturer dendritischer Zellen bei Keratitis punctata superficialis Thygeson

HINTERGRUND: Eine erhöhte Dichte intrakornealer dendritscher Zellen (DZ) gilt als unspezifischer in-vivo konfokaler Befund bei Keratitis unterschiedlichster Ätiologie. DZs werden als entweder reife oder unreife Formen beschrieben. Reife Formen spielen als Antigen präsentierende Zellen eine Schlüsselrolle in der Pathophysiologie der immunmediiterten Keratitis. Der vorliegende Artikel beschreibt die intrakorneale Dichte dreier morphologisch unterscheidbarer Formen von DZs bei Keratitis superficialis punctata Thygeson (KPST) vor und nach Therapie. MATERIAL UND METHODE: Vier konsekutive Fälle von KPST wurden prospektiv inkludiert. Der Heidelberg Retinal Tomograph II mit aufgesetztem Rostock Cornea Module (HRTIIRCM; Heidelberg Engineering, Heidelberg, Germany) wurde für in-vivo konfokal mikroskopische Untersuchungen verwendet. Alle Schichten der zentralen Hornhaut beider Augen wurden untersucht. Innerhalb jeder Schicht wurden mindestens fünf nicht überlappende Areale zur repräsentativen Analyse vor und ein Monat nach Therapiebeginn mikroskopiert. Dendritische Zellen wurden als mature oder immature Formen klassifiziert und die Zelldichten beider Formen berechnet. Mature Zellen wurden weiter in prädominant korpuskuläre und prädominant interdigitierende Formen unterteilt. RESULTATE: Zu Therapiebeginn wurde eine mittlere DZ Dichte von 369,3 ± 75,6 Zellen/mm2 mit einer mittleren Ratio maturer zu immaturer Formen (MIR) von 1,09 ± 0,9 gemessen. 58,5 % waren immature Formen, 41,5 % mature Formen (27,1 % interdigitierende DZs, 14,4 % korpusculäre DZs). Vier Wochen nach Beginn einer topischen Therapie mit Rimexolone 1 % AT wurde eine DZ Dichte von 106,1 ± 147,9 bei einer MIR von 0,53 ± 0,38 gemessen. Dies entspricht einer Reduktion der mittleren DZ Dichte um 71,3 %. Dabei sank die Dichte immaturer Formen um 58,2 %, maturer interdigitierender Formen um 85,2 % und die maturer korpuskulärer Formen um 98,2 %. SCHLUSSFOLGERUNG: Durch topische Therapie der KPST mit Steroiden kommt es zu einer Abnahme der Dichte intrakornealer DZs. Dabei ist die Abnahme maturer Formen stärker ausgeprägt als die immaturer Fomen. Die reversible Präsenz intrakornealer reifer korpuskulärer DZs könnte auf eine Schlüsselrolle Antigen präsentierender Zellen in der Pathophysiologie der KPST hinweisen und als möglicher in-vivo konfokal mikroskopischer Marker der immun-mediierten Keratitis dienen.

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