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Augenheilkunde 1. Februar 2012

Primäre (Duett Implantation) und sekundäre Implantation additiver Intraokularlinsen bei kindlicher Katarakt

BACKGROUND: Die vorläufigen Ergebnisse mit Polypseudophakie (Sulcoflex®) bei kindlichen Patienten werden präsentiert. Es werden alle Erfordernisse an eine kammerwinkelgetragene Intraokularlinse (IOL) definiert. Die chirurgische Technik sowie die Indikation für eine Duett Implantation bei kindlicher Katarakt werden beschrieben. MATERIAL UND METHODE: Die Sulcoflex® IOL ist für die Implantation in den Sulcus iridociliaris in pseudophaken Augen entwickelt worden. Es handelt sich um eine one-piece IOL aus hydrophilem Acryl deren Optik- und Haptikkanten abgerundet sind. Der Optikdurchmesser beträgt 6,5 mm und hat eine konkav/konvexe Form um einen guten Sitz und Distanz auf der konkaven Vorderfläche der kapselsackfixierten IOL zu sichern. Die Haptiken sind 10 Grad vorne anguliert und haben undulierte Ränder um Rotationen der IOL zu vermeiden. Ein Operateur (M. A.) führte alle Duett Implantationene über eine 2,75 mm clear corneal incision (CCI) unter Allgemeinanästhesie in Standardtechnik durch. Postoperativ wurden Spaltlampenuntersuchung mit Überprüfung der Positionierung der Sulcoflex® IOL und soweit möglich Fotodokumentation und Sehproben (mit Skiaskopie) durchgeführt. ERGEBNISSE: In dieser prospektiven Studie erhielten 4 Auge von 4 Patienten eine monofokale Sulcoflex® IOL. Alle Operationen waren komplikationslos. Postoperative Emmetropie (± 0,25 D) und eine stabile Refraktion konnte während der gesamten Nachbeobachtungszeit erreicht werden. In 2 Fällen zeigte sich eine transpupilläre Fibrinreaktion in den ersten postoperativen Tagen. In allen Fällen konnten Fremdkörperriesenzellen auf der Vorderfläche der IOL gefunden werden. Diese resorbierten sich aber vollständig nach einigen Wochen. Okklusionstherapie war bei allen Patienten möglich. Bei der letzten Kontrolle waren alle Augen reizfrei und beide Linsen wurden gut vertragen. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Sulcoflex IOL wird gut im Auge toleriert. Die Implantation kann sowohl primär nach Implantation der kapselsackfixierten Linse aber auch in einer sekundären Operation erfolgen. Die additive IOL hilft das refraktive Ergebnis nach Kataraktoperation bei Kindern zu verbessern. Mit der dynamischen Refraktionsänderung hat man später die Möglichkeit, die Sulcoflex IOL entweder zu tauschen oder zu entfernen.

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