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Augenheilkunde 1. Februar 2012

Morphologische und funktionelle Veränderungen nach Makulachirurgie bei epiretinaler Fibrose

HINTERGRUND: Ziel der vorliegenden Studie war es zu klären, ob die mittels hochauflösender optischer Kohärenztomographie (OCT) erfassten morphologischen Veränderungen bei PatientInnen mit epiretinaler Fibrose (ERF) mit den funktionellen Veränderungen im zeitlichen Verlauf korrelieren.

MATERIAL UND METHODE: In dieser retrospektiven Studie wurden konsekutiv alle makulachirurgischen Eingriffe an PatientInnen mit ERF, die im KH Hietzing von Jänner bis Juni 2010 durchgeführt wurden, hinsichtlich postoperativen Veränderungen in Nah- und Fernvisus (Snellen), OCT und subjektiven Sehbefinden analysiert. Alle Eingriffe, gegebenenfalls mit Katarakt-Operation kombiniert, wurden mittels 23 gauge pars plana Vitrektomie, Färbung mit Brilliant blue, Membranpeeling und Delamination der Membrana limitans interna (ILM) durchgeführt. Nahvisus, Fernvisus, subjektive Metamorphopsien und zentrale Netzhautdicke (CRT) im OCT wurden präoperativ, 1 Woche, 1 Monat und 6 Monate postoperativ verglichen.

RESULTATE: Bei den insgesamt 20 Augen von 18 PatientInnen zeigten sich 6 Monate postoperativ ein signifikanter Fernvisusanstieg von 0,31 ± 0,2 Snellen auf 0,64 ± 0,2 Snellen (P = 0,001) und eine signifikante Abnahme der zentralen Netzhautdicke von 426,8 µm ± 69,4 µm auf 367,9 µm ± 68,4 µm (P = 0,02). Im zeitlichen Verlauf kam es zu einem signifikanten Fernvisusanstieg und einer CRT-Abnahme erst ab 1 Monat postoperativ. Die präoperativ fehlende foveale Depression bildete sich in 50 % der Augen bereits nach 1 Woche aus (P = 0,02). Die Morphologie der IS/OS Junction im OCT korrelierte sowohl präoperativ als auch postoperativ mit dem Fernvisus (P = 0,01) und präoperativ mit der CRT (P = 0,04). Als prognostisch nicht signifikante Faktoren zeigten sich der Nahvisus, die foveale Depression und die subjektiven Metamorphopsien.

SCHLUSSFOLGERUNG: Der postoperative Verlauf wird signifikant von dem präoperativen Visus und den IS/OS-Junction Veränderungen im OCT beeinflusst. Die relevanten morphologischen und funktionellen Ergebnisse korrelieren jedoch nicht mit dem Empfinden der subjektiven Metamorphopsien.

A. Prinz, B. Weingessel, P. Irsigler, M. Rubey, P. V. Vécsei-Marlovits, Spektrum der Augenheilkunde 1/2012

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