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Augenheilkunde 1. Dezember 2011

EUREQUO: ein europäisches Qualitätssicherungssystem etabliert sich – Einjahresergebnisse des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Linz

HINTERGRUND: Die Sicherung der ärztlichen Qualität rückt im Gesundheitssystem zunehmend in den Blickpunkt der Gesundheitspolitik – die Teilnahme an Qualitätssicherungsprojekten wird mittlerweile europaweit gefordert. The European Registry of Quality Outcomes for Cataract and Refraktive Surgery (EUREQUO) bietet die Möglichkeit eigene Ergebnisse zu kennen und zu verfolgen, sowie diese mit den nationalen bzw. europaweiten Daten zu vergleichen und Qualitätsstandards und Trends auszuwerten. MATERIAL UND METHODE: EUREQUO ist eine webbasierte Qualitätssicherungsdatenbank, die anonymisierte soziodemographische Faktoren, prä- und intraoperative Daten und – soweit logistisch möglich – auch postoperative Daten erfasst. RESULTATE: Die Einjahresergebnisse des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Linz beziehen sich auf den Zeitraum vom 1.4.2010 bis zum 31.3.2011, in dem österreichweit 5.144 Datensätze erfasst worden sind, davon 90 % (n = 4.568) im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz. Im Rahmen der Auswertung zeigte sich, dass die Voruntersuchung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz überdurchschnittlich exakt durchgeführt wird – so wird z. B. eine altersabhängige Makuladegeneration als Vorerkrankung und eine Pseudoexfoliation als erschwerte Operationsvoraussetzung signifikant häufiger erkannt. Der bestkorrigierte Visus des Operationsauges beträgt in Europa bei über der Hälfte der Patientinnen und Patienten < 0,5 und ist im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz tendenziell noch etwas schlechter. Europaweit inklusive dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz betrug die Rate von hinteren Kapselrupturen etwa 1 %, wobei bei uns im Hause wesentlich häufiger eine vordere Vitrektomie durchgeführt worden ist. Das Linsendesign unterscheidet sich innerhalb Europas – so implantieren wir weniger häufig asphärische, aber wesentlich häufiger torische Intraokularlinsen. SCHLUSSFOLGERUNG: Das vorgestellte Qualitätssicherungsprojekt erfüllt die Forderung einer kontinuierlichen Qualitätssicherung an operierende Augenärztinnen und Augenärzte. Es bietet einen Überblick über Trends in der Katarakt- und Refraktivchirurgie in Europa und ermöglicht den einzelnen Zentren ihre eigenen Ergebnisse operateursbezogen bzw. ihre Ergebnisse national und europaweit zu vergleichen.

Britta Lübke, Peter Reinelt, Paul Jirak, Ulrich Schönherr, Spektrum der Augenheilkunde 6/2011

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