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Foto: MTS/ Oberbichler
Katarakt-Trainingsoperation am Schweineauge.
Foto: MTS/ Oberbichler

Dr. Ahgbatouhabeba Zabsonre trainiert die Kleinschnitt-Technik.

Foto: LICHT FÜR DIE WELT/ Bihoun.

Dr. Pierre Guiguemde (li) operiert unter Aufsicht von Dr. Karl Rigal (re), Vorstandsmitglied von „Licht für die Welt“.

Foto: MTS/ Oberbichler

Die Operation von Dr. Jerome Sanou, live auf die Leinwand vergrößert. Im Hintergrund Dr. Karl Rigal.

 
Augenheilkunde 16. Jänner 2012

Moderne OP-Technik üben

Österrreichische Experten vermitteln Ophthalmologen in Westafrika die aktuelle Kleinschnitt-Technik bei der Kataraktoperation.

Voneinander lernen: Unter diesem Motto leiteten der Augenarzt Dr. Karl Rigal vom Wiener Hanuschkrankenhaus und sein lokaler Kollege Dr. Jerome Sanou ein Seminar für Augenärzte in Burkina Faso mit „Licht für die Welt“. Das umfassende Training der zurzeit aktuellsten Operationsmethode beim Grauen Star, das in dieser Art erstmals in Westafrika stattfand, hat die Tiroler Firma „mts – the wetlab company“ mit einer Sachspende im Wert von 35.000 Euro ermöglicht.

 

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Bereits seit vielen Jahren ist Dr. Karl Rigal in dem westafrikanischen Land für die Hilfsorganisation „Licht für die Welt“ aktiv, für die er auch im Vorstand tätig ist. Die ophthalmologische Versorgung der Bevölkerung muss dringend verbessert werden, damit vermeidbare Blindheit hintangehalten werden kann. Medizinisches Personal im Sinne von ausgebildeten Ärzten ist in afrikanischen Ländern generell rar. Das trifft für die Augenheilkunde in besonderem Maß zu: In Burkino Faso stehen für 14 Millionen Einwohner lediglich 25 Augenärzte zur Verfügung. Es gibt kaum Spitäler, Gesundheitsstationen und viel zu wenige Ärzte. Ein Ophthalmologe ist theoretisch für eine Million Menschen zuständig. In Österreich betreut ein Augenarzt rund 10.000 Patienten. Daher ist der Anteil an starblinden Menschen in Afrika besonders hoch und eine gute Ausbildung der Ärzte enorm wichtig.

Schauplatz: Ouagadougou

„Ich bin begeistert, mit welcher Freude und Wissbegierde die Augenärzte in Burkina Faso an dieser Weiterbildung teilgenommen haben“, erzählt Hannes Brandner von mts, der gemeinsam mit David Oberbichler den Ablauf des Trainings vor Ort organisiert und zehn Mikroskope, Bildschirme und Kameras aufgebaut und deren Funktionalität überprüft hat.

Rigal erklärte den 13 teilnehmenden Ärzten aus ganz Burkina Faso den theoretischen Hintergrund der neuen Operationstechnik, Sanou führte die Operationsmethode vor. Die Mitarbeiter von mts filmten ihn dabei und projizierten die Bilder auf eine große Leinwand, sodass alle Kursteilnehmer die Arbeitsschritte genau verfolgen konnten.

Sanou ist Leiter der von „Licht für die Welt“ ermöglichten Augenklinik in der Provinzstadt Zorgho und praktiziert bereits seit Jahren diese Operationsmethode. Danach konnten die Teilnehmer selbst fleißig Hand anlegen – und zwar an präparierten Schweineaugen, die zuvor von Schlachthöfen abgeholt worden waren. Insgesamt 450 Trainings-Operationen haben die Augenärzte an vier Kurstagen durchgeführt.

Winzige Schnitte

„Im Gegensatz zur bisher üblichen extrakapsulären Operation gibt es keine Naht, der Schnitt ist kleiner und daher die Heilungszeit kürzer. Die Ergebnisse sind dadurch besser und lassen sich durchaus mit denen in Europa vergleichen“, beschreibt der Hietzinger Augenarzt Rigal die Vorteile der Kleinschnitt-Technik. Er freut sich sehr über den Erfolg dieses Trainings vor Ort: „Alle Augenärzte, die am Seminar teilgenommen haben, können jetzt eigenständig Katarakt-Operationen in Kleinschnitt-Technik durchführen. Allerdings brauchen die Ärzte dafür Instrumente, die sie zum Teil noch nicht haben.“ Spenden für die Anschaffung der Instrumente werden von „Licht für die Welt“ gerne entgegengenommen.

 

Quelle: Presseaussendung Licht für die Welt.

 

 www.lichtfuerdiewelt.at

 

WHO: Vision 2020
Die gemeinsamen Anstrengungen von Hilfsorganisationen wie „Licht für die Welt“ und Regierungen in Entwicklungsländern im Rahmen der Initiative „Vision 2020“ zeigen Wirkung: Die Zahl der blinden Menschen weltweit ist in den vergangenen fünf Jahren von 45 auf 39 Millionen zurückgegangen. Insgesamt gibt es nun 29 Millionen Menschen mit Sehbehinderungen weniger. Waren es vor fünf Jahren noch 314 Millionen, so sind nun „nur“ noch 285 Millionen Menschen sehbehindert, so die WHO.

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