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Prof. Dr. Herbert Reitsamer
 
Augenheilkunde 11. Jänner 2012

Jahresvorschau 2012 - der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft

Der Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft gibt einen Ausblick auf interne medizinische Änderungen und mögliche Innovationen für das Jahr 2012.

Bei den neurodegenerativen Erkrankungen des Auges, wie der altersbedingten Makuladegeneration und dem grünen Star (Glaukom) haben sich die bildgebenden diagnostischen Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Vor allem im Bereich der optischen Kohärenztomographie (OCT), für deren Anwendung das Auge eine Paradedisziplin darstellt, wurden in Bezug auf Detailauflösung und Datenerfassungsgeschwindigkeit große Fortschritte gemacht. Leider zeigen sich bei den funktionellen diagnostischen Verfahren keine derartig rasanten Weiterentwicklungen, wobei auch hier im Bereich der OCT großes Potential vermutet werden kann und vielversprechende erste Forschungsergebnisse in der Literatur zu finden sind. Eine rasche Einführung funktioneller OCT Methoden zur Diagnostik am Auge wäre sicherlich wünschenswert und würde vor allem im Bereich der Frühdiagnostik von lokalen Risikofaktoren und lokalem Funktionsverlust Fortschritte ermöglichen.

Eine Vereinfachung der Lasertechnologie im Bereich der Hornhaut und der anstehenden Kataraktchirurgie wäre wünschenswert. Innovative Konzepte mit Nanosekunden Impulslasern aus Deutschland lassen hoffen.

Derzeit finden weltweit Studien zur Miniaturisierung und Etablierung neuer Glaukom Implantate statt. Rezente Studien geben den bereits am Markt erhältlichen Implantaten zur Senkung des Augeninnendrucks einen kleinen Vorteil gegenüber den klassischen Operationstechniken. Um hier allerdings klare Fortschritte zu machen müssen die Implantate weiter verkleinert und die Reproduzierbarkeit und Dauerhaftigkeit der Wirkungen auf den Augeninnendruck verbessert werden. Innovative Konzepte werden derzeit getestet und die Ergebnisse mit großer Hoffnung erwartet.

Wichtige medizinische Änderungen in der Ophtalmologischen Gesellschaft. 

Wichtige medizinische Veränderungen gab es im Rahmen der Novelle des Führerscheingesetztes. Hier wurden entgegen den Empfehlungen der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft Veränderungen der Ophthalmologischen Voraussetzungen für die Erlangung der Führerscheintauglichkeit durchgeführt, die Kriterien orientieren sich inzwischen nur mehr an den Mindestvoraussetzungen, die in der EU vorgeschrieben werden. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit in Österreich ist dadurch wohl nicht zu erwarten. Eine ausführliche Stellungnahme dazu ist hier zu finden (http://www.augen.at/news/)

Die Indikationen zur intravitrealen Behandlung mit Antikörpern gegen Wachstumsfaktoren wurden ausgeweitet. Lag bisher vor allem die feuchte altersbedinge Makuladegeneration als primäre Indikation vor, so wurde aufgrund neuer Evidenz  das Indikationsspektrum auf das diabetische Makulaödem, und das Makulaödem durch Astvenenverschluss und/oder Zentralvenenverschluss erweitert. Zur Blockierung der Wirkung von Wachstumsfaktoren bei der feuchten altersbedingten Makuladegeneration wurde in den USA ein neues Medikament VEGF-Trap im November 2011 zugelassen. Große Hoffnungen beruhen auf dieser neuen Therapie bezüglich Wirksamkeit und geringerer Applikationsfrequenz. Zulassungen in Europa wurde vom Hersteller beantragt.

Prof. Dr. Herbert Reitsamer , springermedizin.at

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