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Altersabhängige Makuladegeneration. Holz, F.G.; Frank, G.; Pauleikhoff, D.; Spaide, R.F.; Bird, A.C. 324 Seiten, € 133,60 Springer Berlin, 2011 ISBN 9783642208690 Read online www.springerlink.com
 
Augenheilkunde 14. November 2011

AMD: Geändertes Schema

Der VEGF-Hemmer Ranibizumab soll nun monatlich injiziert werden, bis sich der Visus nicht mehr verbessert.

Das Therapieschema mit dem VEGF-Hemmstoff Ranibizumab ist nun in allen zugelassenen Indikationen bei Netzhauterkrankungen fast identisch. Damit kommt man der bedarfsgerechten Therapie bei altersbezogener Makuladegeneration (AMD) näher – mit einer Einschränkung.

 

Bislang erhielten Patienten mit feuchter AMD drei intravitreale Injektionen mit Ranibizumab (Lucentis®), dann weitere Injektionen, wenn sich der Visus verschlechterte. Nach einer Zulassungsänderung gleicht das Schema nun jenem bei retinalen Venenverschlüssen oder diabetischem Makulaödem: Ranibizumab wird der Fachinformation zufolge monatlich injiziert, bis sich der Visus nicht weiter verbessert. Fällt er nach der Stabilisierung bei monatlichen Kontrollen ab, geht man erneut so vor. Kriterien für einen Therapieabbruch sind – im Unterschied zu den beiden anderen Indikationen – bei der AMD nicht angegeben.

Monatliche OCT-Kontrolle

Das sei ein wichtiger Schritt zur bedarfsgerechten Therapie, sagte Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff beim Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin. Das Schema orientiere sich aber an der Funktion, nicht an den morphologischen Veränderungen.

Diese aber gingen dem Funktionsverlust voraus und seien nur teilweise reversibel. Langfristige Verschlechterungen seien deshalb unvermeidbar, wenn bis zum Visusverlust gewartet werde. Der Ophthalmologe aus Münster empfahl daher monatliche Untersuchungen mit optischer Kohärenztomografie. Zeigen sich diffuse Verdickungen der Netzhaut oder subretinale Flüssigkeiten, solle die Therapie wieder fortgesetzt werden, so Pauleikhoff.

Risikofaktoren vorher abklären

Anfang des Jahres 2011 wurde die Zulassung von Ranibizumab auf das diabetische Makulaödem erweitert. Bei dieser Folgeerkrankung des Diabetes mellitus ist der VEGF-Hemmer der Lasertherapie signifikant überlegen (Ophthalmology 2011; 118: 615-625). Voraussetzung für den Erfolg sei jedoch eine interdisziplinäre Betreuung, betonte Prof. Dr. Focke Ziemssen aus Tübingen. Im Vorfeld einer Anti-VEGF-Therapie sind internistische Risikofaktoren abzuklären. Nach Daten zu thromboembolischen Komplikationen sei Ranibizumab relativ sicher.

Literatur:

Mitchell et. al: The RESTORE Study: Ranibizumab Monotherapy or Combined with Laser versus Laser Monotherapy for Diabetic Macular Edema. Ophthalmology 118, 4, 615.625. April 2011

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