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Augenheilkunde 10. Oktober 2011

Eine App gegen die Alterssichtigkeit

Ophthalmologe bestätigt die Wirkung eines entsprechenden Gehirntrainings. Unser Gehirn kann darauf geschult werden, die als "Alterssicht" bekannte nachlassende Elastizität der Augenlinse zumindest teilweise auszugleichen.

Verjüngung der Nahsicht

Ausgenutzt wird bei der App die Fähigkeit des Gehirns, verschwommene Bilder im Sehzentrum nachträglich zu schärfen. Nutzer müssen dazu in wechselnden Bildern unscharfe Muster finden und reagieren, sobald diese in vorbestimmten Zonen auftreten. Je besser dies gelingt, desto schwierigere und schnellere Bestimmungen verlangt die Software.

In Tests mit Versuchspersonen zeigte sich bei mehreren Monaten Training eine Besserung der Kontrastempfindlichkeit und Bildverarbeitung, die laut App-Anbieter einer Senkung des Augenalters von 50 auf 42 Jahren entspräche.

Gehirn trainierbar, Auge nicht

Dass derartiges Training im Prinzip durchaus funktionieren kann, sagt Peter Gorka, Sprecher der niedergelassenen Augenärzte der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft. "Jedes Auge wird ab 40, 50 Jahren weniger elastisch und mit 90 brauchen 97 Prozent eine Brille. Während der Augmuskel durch die normale Scharfstellung ohnehin trainiert ist und zusätzliche Übung die schwindende Elastizität nicht bessert, kann man die Verarbeitung im Gehirn optimieren."

Training auch ohne App

Ein ähnliches Training durchläuft das Gehirn allerdings auch, wenn die Augen unscharfe Bilder bei schwachem Kontrast ohne Brille sehen. Ob die App ihren Preis - 95 Dollar für drei Monate 15-Minuten-Training dreimal die Woche - auch wert ist, muss jeder selbst entscheiden, so der St. Pöltener Augenarzt. "

Zu erwarten ist bloß ein sehr beschränkter Effekt. Während man bei einer erst beginnenden Alterssicht durch derartiges Training die nötige Lesebrille durchaus um Monate bis Jahre hinausschieben kann, vermag die App sicher keine Brille nachträglich wegzuzaubern."

AN/pressetext

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