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Augenheilkunde 1. Juni 2011

Wirksamkeit von Bevacizumab zur Behandlung eines Makulaödems nach Astvenenthrombose in Augen mit und ohne vorhergehende GRID-Lasertherapie

HINTERGRUND: Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit einer Serie intravitrealer Injektionen mit Bevacizumab (IVB, Avastin) als primäre oder sekundäre (nach vorangehender GRID-Laserbehandlung) Therapie eines Makulaödems als Folge einer Astvenenthrombose ("Branch retinal vein occlusion", BRVO) zu untersuchen. MATERIAL UND METHODE: Retrospektive Studie nach Aufarbeitung der Krankengeschichten. Eingeschlossen wurden 20 Augen von 20 Patienten mit einem Makulaödem infolge einer primär nicht-ischämischen AVT seit 2–5 Monaten und einem bestkorrigierten ETDRS-Visus (BCVA) kleiner oder gleich 0,8 ETDRS (entsprechend 0,6 Snellen). Alle Augen, die die Laserindikationen der Richtlinien der Branch Retinal Vein Occlusion Study (BVOS) erfüllten, erhielten nach Fluoreszenzangiografie (FLA) zunächst eine makuläre GRID-Laserbehandlung. Augen, die die Laserindikationen nicht erfüllten oder Augen mit anderen Kontraindikationen für eine Lasertherapie sowie alle Augen nach initialer Lasertherapie erhielten nach 1–3 Monaten eine Serie von 1–3 Injektionen von 1,25 mg IVB in den Glaskörperraum. Die Injektionen wurden bei weiterbestehender Indikation nach einem durchschnittlichen Intervall von 6–8 Wochen verabreicht. Die Wirksamkeit von IVB und der Laserbehandlung wurde durch Bestimmung der BCVA sowie der zentralen Makuladicke in μm (CMT) mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) nach 1, 3 und 6 Monaten untersucht. RESULTATE: 10 Patienten (Subgruppe A) erhielten eine Injektion mit IVB als primäre Therapie, die anderen 10 Patienten (Subgruppe B) erhielten das IVB erst nach einer primären GRID-Laserbehandlung. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 6,65±1,39 Monate. Die Patienten erhielten im Schnitt 2,14±0,75 IVB-Injektionen. Der mittlere BCVA betrug bei Erstvorstellung 0,52±0,29. Im weiteren Verlauf kam es zu einem statistisch signifikanten Anstieg des mittleren BCVA, dieser betrug nach 1 Monat 0,15±0,20 (p=0,003) und nach 6 Monaten 0,12±0,22 (p=0,028). Bei der 3-Monats-Kontrolle kam es zu einem kleinen Knick im Anstieg des BCVA (0,07±0,18, n.s.). Die mittlere CMT war bei Erstvorstellung 395±95 μm. Eine signifikante Abnahme der CMT wurde bei den 1-Monats- und 6-Monats-Kontrollen (−119±106, p=0,001; und −87±144, p=0,014), jedoch nicht bei der 3-Monats-Kontrolle festgestellt (−65±137, p=0,113). Der intraokulare Druck stieg nur bei einem einzigen Patienten über 21 mm Hg, und konnte mittels medikamentöser Lokaltherapie rasch normalisiert werden. Im Rahmen des Beobachtungszeitraumes kam zu keiner Endophthalmitis oder anderen Komplikationen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bei Patienten mit CMT infolge einer AVT führten wiederholte Injektionen von IVB, mit und ohne vorherige GRID-Lasertherapie zu einer signifikanten Rückbildung der CMT. Gleichzeitig kam es zu einem signifikanten Anstieg des mittleren BCVA. Patienten, die primär mit IVB behandelt wurden (Subgruppe A), hatten eine etwas geringere Visusbesserung als Patienten mit vorangehender Lasertherapie (Subgruppe B), wenngleich dieser Unterschied nicht signifikant war. Bei der 3-Monats-Kontrolle wurde ein Einbruch beim Anstieg des BCVA und Abfall der CMT beobachtet, sodass die meisten Patienten weitere (1–2) Injektionen benötigten. Der Therapieeffekt von IVB mit oder ohne vorherige Laserbehandlung scheint also, wie in der Literatur beschrieben, auch bei Patienten nach BRVO nur vorübergehend zu sein. Zum besseren Verständnis der Pathophysiologie und optimalen Primärtherapie bei Patienten nach BRVO sind definitiv mehr größere und randomisierte Studien erforderlich.

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