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Augenheilkunde 1. April 2011

Retinale Gefäßanalyse bei familiärer retinaler arteriolärer Tortuositas

HINTERGRUND: Die familiäre retinale arterioläre Tortuositas (fRAT) ist eine autosomal-dominante Erkrankung, welche durch eine ausgeprägte Tortuositas der retinalen Arterien zweiter und dritter Ordnung, sowie normaler Arterien erster Ordnung und unauffälligen Venen gekennzeichnet ist. Bei den meisten Fällen dieser extrem seltenen Erkrankung konnten keine anderen vaskulären Malformationen oder assoziierte systemische Erkrankungen gefunden werden. Retinale Blutungen können nach Anstrengung oder Trauma auftreten, die Prognose ist jedoch generell gut. MATERIAL UND METHODE: Um die Funktion der retinalen Gefäße zu untersuchen, führten wir bei einem Patienten mit fRAT eine komplette ophthalmologische Untersuchung, sowie eine Fluorescein- und Indocyaningrün-Angiographie durch. Zusätzlich wurde bei diesem Patienten und einer altersgematchen Kontrollgruppe von 10 gesunden Probanden mit dem "Dynamic Vessel Analyzer" eine statische und dynamische Gefäßanalyse gemacht. ERGEBNISSE: Die ophthalmologische Untersuchung zeigte beidseits eine ausgeprägte "korkenzieherartige" Tortuositas der Arterien zweiter und dritter Ordnung und eine kleine präretinale Blutung am linken Auge. Der arterio-venöse Quotient war in unserem Patienten mit fRAT vergleichbar mit jener der Kontrollgruppe und auch die Flickerlicht induzierte Konstriktion und Dilatation der Gefäße unterschieden sich nicht. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Ergebnisse der retinalen Gefäßanalyse lassen vermuten, dass bei Patienten mit fRAT eine normale endotheliale Funktion und Regulation der Gefäßweite besteht.

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