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Foto: klepp&partners gmbh
 
Augenheilkunde 23. März 2011

Wenn der Diabetes schließlich ins Auge geht ...

Patientengruppen starten Initiative zur Früherkennung des Diabetischen Makulaödems.

Seit Kurzem stehen neben der Laser-Standardtherapie neue Wirksubstanzen für die Behandlung des Diabetischen Makulaödems zur Verfügung. Zurzeit ist eines dieser Medikamente mit der Wirksubstanz Ranibizumab zugelassen, weitere stehen kurz vor der Zulassung.

 

Zu Beginn verläuft das Diabetische Makulaödem (DMÖ) oft unbemerkt. Sobald die Ödeme aber die Makula erreichen, wird das Sehvermögen beeinträchtigt und es treten schwarze Punkte oder Flecken im Gesichtsfeld auf. Zum Sehverlust kommt es im fortgeschrittenen Stadium durch Einblutungen in den Glaskörper des Auges oder durch Schädigung des Sehnervs. Der Ophthalmologe erkennt ein DMÖ bereits im Anfangsstadium. Je früher die Therapie einsetzt, umso besser sind die Therapieerfolge. Risikofaktoren für DMÖ sind Hyperglykämie, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, lange Dauer der Diabeteserkrankung, ein früherer Schlaganfall und Herz-Kreislauferkrankungen. In Österreich leiden etwa zwei Prozent der Diabetiker an einer Sehbeeinträchtigung aufgrund eines Makulaödems.

Wird ein DMÖ diagnostiziert, ist der erste Schritt, Blutzucker, Blutdruck und Blutfette gut einzustellen. Seit Anfang des Jahres gibt es neben der ophthalmologischen Standardtherapie, der Laserbehandlung, ein neu zugelassenes Medikament. Ranibizumab unterbindet gezielt die Wachstumsfaktoren (VEGF), die für den Flüssigkeitsaustritt aus den schadhaften Blutgefäßen verantwortlich sind.

Ranibizumab

Eines dieser Medikamente ist bereits für die Behandlung des DMÖ zugelassen, andere Präparate stehen kurz vor der Zulassung. Prof. Dr. Michael Radda, Vorstand der Augenabteilung im Sozialmedizinischen Zentrum Ost – Donauspital und Obmann der Österreichischen Augenprimarärzte, erklärt: „Ranibizumab wird in den Glaskörperraum des erkrankten Auges eingebracht. Das führt zu einer Abschwellung der verdickten Netzhaut, wodurch sich das Sehvermögen wieder verbessert.“

Patienteninformation

Die Österreichische Diabetikervereinigung und die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs haben jetzt die Initiative „Diabetes kann ins Auge gehen“ gestartet.

 

 

Informationen und Broschüren können angefordert werden unter Tel.: 0800 20 18 16.

Skills Group/IS, Ärzte Woche 12 /2011

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