zur Navigation zum Inhalt
Foto: wikipedia
Besonders vor hellem Hintergrund bemerkbar: Glaskörpertrübungen.
 
Augenheilkunde 25. Jänner 2011

Flottierender „Ruß“ im Auge

Glaskörpertrübungen erlebt fast jeder Mensch früher oder später. Meist sind sie völlig harmlos.

Kleine dunkle Punkte, sogenannte Mouches volantes oder Floaters, tanzen vor den Augen herum, dann verschwinden sie wieder aus dem Gesichtsfeld. Diese störenden Wahrnehmungen liegen im Auge selbst. Doch Augenfachärzte können die Patienten meist beruhigen: Mouches volantes sind in der Regel harmlos. Wenn diese Trübungen allerdings plötzlich deutlich zunehmen oder mit Lichtblitzen kombiniert sind, kann eine beginnende Netzhautablösung vorliegen. Dann muss schnell eine Abklärung in einer Augenambulanz oder beim Augenfacharzt erfolgen.

 

„Der größte Teil des menschlichen Auges ist von einer glasklaren, gelartigen Substanz ausgefüllt“, erklärt Prof. Dr. Horst Helbig, Regensburg, vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. „Dieser Glaskörper besteht aus Wasser, Hyaluronsäure und einem Netz von Kollagenfasern. Mit zunehmendem Alter können diese Fasern verklumpen, so dass sie als Punkte oder fadenartige Gebilde sichtbar werden.“ Die Namen dafür sind vielfältig. Der Ophthalmologe spricht von Glaskörpertrübungen, oft ist auch die Rede von Mouches volantes oder Floaters. Sie fallen besonders dann auf, wenn man auf einen hellen Hintergrund schaut, also beispielsweise beim Lesen.

Operation nur in seltenen Ausnahmen

So lästig die Glaskörpertrübungen auch sein mögen – gefährlich sind sie nicht. Beinahe jeder Mensch nimmt sie im Lauf seines Lebens früher oder später wahr. Wer sich durch sie gestört fühlt, kann trainieren, sie gezielt zu übersehen. Die Sehschärfe beeinträchtigen sie nicht. Es kommt vor, dass Patienten Mouches volantes als massive Beeinträchtigung empfinden. Wenn der Augenarzt ihnen dann sagt, dass ein harmloser Befund vorliegt, der nicht behandelt werden muss, fühlen sie sich mitunter unverstanden. Es gibt zwar die Möglichkeit, den Glaskörper operativ zu entfernen (Vitrektomie) und so die „fliegenden Mücken“ loszuwerden. Doch dabei handelt es sich um einen großen Eingriff, der Risiken birgt, deshalb kommt diese Lösung nur in sehr seltenen Fällen und nach gründlicher Aufklärung in Frage.

Vorsicht bei „Rußregen“

Treten Glaskörpertrübungen plötzlich und massiv auf, dann ist jedoch Vorsicht angesagt: Gleichen die dunklen Punkte im Gesichtsfeld einem Rußregen, dann kann es sein, dass es zu Einblutungen in den Glaskörper gekommen ist.

„Das ist ein augenärztlicher Notfall, der so schnell wie möglich untersucht werden muss“, stellt Netzhautexperte Helbig klar. Sind die Glaskörpertrübungen mit der Wahrnehmung von Lichtblitzen verbunden, dann kann eine hintere Glaskörperabhebung vorliegen, die zu einer Netzhautablösung führen kann.

Dann sollte unbedingt innerhalb kurzer Zeit von einem Augenfacharzt geklärt werden, ob eine Behandlung notwendig ist. „Wer sich durch Mouches volantes verunsichert fühlt, erhält beim Ophthalmologen Sicherheit“, so Helbig.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben