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Augenheilkunde 1. Oktober 2010

Beeinflusst die Resektion der mittleren "Turbinate" (Concha) die Erfolgsrate der endonasalen Dacryocystorhinostomie?

HINTERGRUND: Bisher gibt es keine Evidenz-basierten Daten zur Effizienz der partiellen Turbinektomie auf den Erfolg der endonasalen Dacryocystorhinostomie. Es gilt, den Wert der partiellen Resektion des Kopfes der mittleren "Turbinate" auf Erfolgsrate der Rhinostomie bei primärer endonasaler Dacryocystorhinostomie (EDCR) zu evaluieren.

METHODE UND MATERIAL: Die partielle Resektion der mittleren "Turbinate" wird während der EDCR dann vorgenommen, wenn beim Patienten eine nach anterior vergrößerte mittlere "Turbinate" vorliegt oder wenn der Tränensack im Bereich der lateralen Nasenwand durch eine anteriore Lokalisierung des Kopfes der mittleren "Turbinate" bedeckt ist und den Verschluss der Rhinostomie verhindert. Es erfolgte die Erhebung retrospektiver Daten von 639 Patienten, die über einen Zeitraum von 16 Jahren (1994–2008) mit primären EDCR behandelt wurden. Nur solche Patienten wurden in die Studie eingeschlossen, bei denen eine Obstruktion des subsakkalen nasolakrimalen Duktus vorlag (233 Fälle); Fälle mit kanalikulären Obstruktionen und sekundären Verfahren (Silikon-Intubation, Mitomycin C-Applikation, Ethmoidektomy, Septoplastik) wurden exkludiert. Die Erfolgsraten von Patienten, bei denen zusätzlich eine partielle Resektion der mittleren "Turbinate" erfolgte (Gruppe I) oder ohne diesen ergänzenden Eingriff (Gruppe II) wurden ein Jahr nach der EDCR miteinander verglichen.

ERGEBNISSE: Die Erfolgsquote war 217/233 (93,1%) nach EDCR in beiden Gruppen. In Gruppe I verliefen 96 von 99 Fällen (96,9%) erfolgreich, in Gruppe 2 121 von 134 Fällen (90,3%). Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war signifikant (p < 0,05). Die partielle Resektion der mittleren "Turbinate" verbessert die Erfolgsrate einer primären EDCR signifikant.

P. Komínek, S. Červenka, P. Matoušek, T. Pniak, K. Zeleník, Spektrum der Augenheilkunde 5/2010

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