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Augenheilkunde 1. August 2010

Hornhauttätowierung mit vorderer lamellärer Keratoplastik

HINTERGRUND: Die Hornhauttätowierung stellt eine der ältesten Möglichkeiten zur kosmetischen Rekonstruktion des Auges dar. In diesem Fall beschreiben wir die Kombination aus Hornhauttätowierung mit vorderer lamellärer Keratoplastik in einem blinden Auge mit Leucoma corneae zur einfachen, zeitsparenden und permanenten Färbung der Hornhaut.

MATERIAL: Ein 68-jähriger Patient zeigte einseitig eine weißliche Hornhaut mit irregulärer Oberfläche. Das Auge war nach einer perforierenden Verletzung seit 30 Jahren blind. Eine Iris-Print-Kontaktlinse wurde nicht vertragen. Der kosmetische Aspekt störte den Patienten sehr und eine operative Rekonstruktion wurde geplant. Die Hornhaut des Patienten wurde mit 7,5 mm Durchmesser markiert. Anschließend wurde das vordere stromale Gewebe mit einer Tiefe von 350 µm entfernt. Am Spendergewebe wurde eine 400µm dicke Hornhautlamelle präpariert und nach Einlegen in schwarzer Tinte (Art R 591017, Rotring, Deutschland) an die Empfängerhornhaut mittels Einzelknopfnähten fixiert.

ERGEBNISSE: Das Hornhautepithel war nach 1 Woche geschlossen und das kosmetische Ergebnis zufriedenstellend. Auch zwei Jahre postoperativ war die Färbung vorhanden und es wurden keine postoperativen Komplikationen beobachtet.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Hornhauttätowierung in Kombination mit vorderer lamellärer Hornhauttransplantation stellt eine einfache, zeitsparende und permanente Möglichkeit der kosmetischen Rekonstruktion eines blinden Auges mit weißer Hornhaut dar.

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