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Augenheilkunde 1. August 2010

Die Bedeutung und Prognose intermittierenden Konvergenzschielens bei 6 bis 24 Monate alten Kindern

HINTERGRUND: Normales Binokularsehen sollte am Ende des 6. Lebensmonats gefestigt sein. Zeitweises Konvergenzschielen danach ist nicht selten. Stellt es eine Vorstufe manifesten Schielens dar und ist es behandlungsbedürftig?

MATERIAL UND METHODE: 80 Kinder, 6 bis 24 Monate alt, wurden wegen intermittierenden Konvergenzschielens mit allen üblichen orthoptischen Methoden untersucht. Hinzugefügt wurde ein neuer einfacher Test zur Provokation der Akkommodation (kleine Bildchen, Taschenlampe zur Beobachtung). 60 aller Kinder wurden über durchschnittlich 5,7 Jahre laufend kontrolliert.

RESULTATE: Durch intensive Akkommodationsforderung war bei allen Kindern ein meist einseitiges Schielen auslösbar. 57% hatten eine erbliche Belastung bezüglich Strabismus. 86,7% der nachuntersuchten Fälle zeigten am Ende des 2. Lebensjahres Orthophorie, unabhängig vom Brillentragen bei altersgemäß physiologischer Hyperopie. Nur 13,3% der Kinder entwickelten ein manifestes Schielen.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die Ergebnisse sprechen nach Worth für eine erbliches Defizit im Regelkreis Akkommodation-Konvergenz-Fusion mit verzögerter Reifung. Die Aussicht auf Spontanheilung liegt bei 87%. Eine Brillenverordnung ist nur erforderlich, wenn der Refraktionsfehler +2,0 sphärische, 1,0 cylindrische oder 1,0 anisometropische Dioptrie übersteigt. Laufende Kontrollen im Abstand von 3 Monaten und Prophylaxe einer Amblyopie sind zu empfehlen.

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