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Augenheilkunde 1. Dezember 2008

Intravitreale anti-VEGF Therapie bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration: Bevacizumab versus Ranibizumab

PROBLEMSTELLUNG: Feststellung der Wirksamkeit und Sicherheit von intravitrealen Injektionen von Ranibizumab und Bevacizumab bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration.

METHODE: Eine retrospektive, konsekutive klinische Fallserie mit 125 Patienten, die mit intravitrealen anti-VEGF Injektionen bei neovaskulärer AMD von 2006 bis 2007 an der Universitätsklinik für Augenheilkunde Innsbruck, Österreich, mit einem Beobachtungszeitraum von 6 bis 12 Monaten nach der initialen Injektion, therapiert wurden. Die Studie bestand aus 3 Gruppen: Die erste Gruppe Patienten, die Ranibizumab (n = 34) Injektionen erhielten und die zweite Gruppe Patienten mit Bevacizumab (n = 42). Eine dritte Gruppe beinhaltet Patienten, die initial Ranibizumab gefolgt von Bevacizumab Injektionen erhielten (n = 49). Reinjektionen wurden in Abhängigkeit von der Krankheitsaktivität durchgeführt, beurteilt nach Persistenz bzw. Zunahme des intraretinalen Ödems mit Spaltlampenbiomikroskopie, OCT oder Fluoreszein Angiographie.

ERGEBNISSE: In der Ranibizumab Gruppe änderte sich der Ausgangsvisus von 0,14 ± 0,13 zu 0,15 ± 0,13 nach 6 Monaten und 0,15 ± 0,11 bei der letzten Untersuchung nach 12 Monaten. Verglichen mit dem Ausgangsvisus gewannen 9 (26,5%) Patienten nach 3 Monaten, 9 (26,5%) nach 6 Monaten und 5 (29,4%) nach 12 Monaten 3 oder mehr Zeilen. Patienten, die 3 oder mehr Zeilen verloren, waren 10 (29,1%) nach 3 Monaten, 9 (26,5%) nach 6 Monaten und 4 (23,5%) nach 12 Monaten. In der Bevacizumab Gruppe war der Visusverlauf 0,24 ± 0,14 initial, 0,24 ± 0,21 nach 6 Monaten und 0,27 ± 0,23 nach 12 Monaten. Verglichen mit dem Ausgangsvisus gewannen 6 (14,3%) Patienten nach 3 Monaten, 5 (11,9%) nach 6 Monaten und 2 (18,2%) nach 12 Monaten 3 oder mehr Zeilen. Patienten die mehr als 3 Zeilen verloren haben, waren 8 (19,0%) nach 3 Monaten, 11 (26,2%) nach 6 Monaten und 1 (9,0%) nach 12 Monaten. In der Patientengruppe, die initial mit Ranibizumab und konsekutiv mit Bevacizumab therapiert wurde änderte sich der Ausgangsvisus von 0,19 ± 0,15 auf 0,22 ± 0,20 nach 6 Monaten und 0,21 ± 0,18 nach 12 Monaten. Im Vergleich zum Ausgangsvisus gewannen 11 (22,4%) Patienten nach 3, 13 (26,5%) und 6 (25%) nach 12 Monaten 3 oder mehr Zeilen. Patienten die 3 oder mehr Zeilen verloren haben, waren 6 (12,2%) nach 3 Monaten, 13 (26,5%) nach 6 Monaten und 6 (25,0%) nach 12 Monaten. Während des Beobachtungszeitraumes ereignete sich ein Apoplex und eine schwere kardiale Arrhythmie in der Bevacizumab Gruppe. Während des gesamten Beobachtungszeitraumes zeigte sich keine signifikante Veränderung des mittleren Visus in allen drei Gruppen, welches somit eine Stabilisierung des Visus durch intravitreale anti-VEGF Injektionen zeigt.

ZUSAMMENFASSUNG: Der Vergleich der Daten der Ranibizumab und Bevacizumab Gruppen zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied. Unsere Ergebnisse bestätigen, dass die Therapie der neovaskulären AMD basierend auf einem Reinjektionsschema nach klinischen Parametern zu einer Visus Stabilisierung sowohl in der Ranibizumab als auch in der Bevacizumab Gruppe führt.

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