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Augenheilkunde 1. November 2008

Perorale Kortikosteroidtherapie eines kapillären Hämangioms der Orbita bei einem sechs Monate alten Mädchen

PROBLEMSTELLUNG: Das kapilläre Hämangiom der Orbita ist der häufigste vaskuläre Tumor bei Kindern. Wir berichten über eine 6 Monate alte Patientin, bei der eine perorale Kortikosteroidtherapie so eines Hämangioms sehr erfolgreich war.

METHODE UND PATIENTEN: Die Patientin wies eine ausgeprägte Schwellung beider Lider des linken Auges auf. Das Auge war temporal nach vorne und nach oben disloziert. Die Diagnose wurde mittels CT, MR und Angiographie bestätigt. Wegen Gefahr der Entwicklung einer Deprivationsamblyopie war eine aktive Behandlung indiziert.

ERGEBNISSE: Die gemeinsam mit dem Pädiater durchgeführte perorale Methylprednisolontherapie führte zu raschem Erfolg. Dosiert wurde anfänglich mit 1 mg/kg KG/Tag = 16 mg 3 x wöchentlich. Nach 4 Wochen hat sich das Hämangiom wesentlich zurückgebildet, das Mädchen fixierte beidseits zentral. So haben wir dann die Dosis über die nächsten 5 Monate jede Woche um 2 mg verringert. Es traten keine Nebenwirkungen der Therapie auf. Ein Jahr und 4 Monate nach Behandlungsbeginn sind kein Rezidiv und kein Strabismus nachweisbar.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Art der Therapie war bei unserer Patientin sehr erfolgreich und komplikationslos. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Pädiater und die Aufklärung der Eltern sind besonders wichtig.

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