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Augenheilkunde 1. November 2008

Ein modifiziertes KPG-Ubbelohde Viskosimeter zur Bestimmung der Viskosität kleiner Volumina von Kammerwasser und Tränenflüssigkeit

EINLEITUNG: Die Bestimmung der Viskosität von Kammerwasser bzw. Tränenflüssigkeit einer einzigen Person ist mit konventionellen KPG-Ubbelohde Viskosimetern wegen der geringen Volumina nicht durchführbar. Bisher war die Messung der Viskosität dieser Flüssigkeiten nur durch Poolen mehrerer Proben machbar. Wir versuchten, ein Viskosimeter zu gestalten, das zur Messung kleinster Flüssigkeitsmengen geeignet ist.

METHODE: Ein käufliches KPG-Ubbelohde Viskosimeter wurde von einem auf Medizintechnik spezialisierten Glasbläser modifiziert. Ein von uns angefertigter und zur Messung von Volumina unter 100 µl geeigneter Prototyp diente ihm dabei als Vorlage.

ERGEBNISSE: Das so hergestellte Mini-Viskosimeter erlaubt nun die Messung der kinematischen Viskosität geringer Flüssigkeitsmengen (60 µl). Damit können einzelne Proben von Kammerwasser, Tränenflüssigkeit und anderen Körperflüssigkeiten, ohne sie zu poolen, viskosimetrisch untersucht werden.

SCHLUSSFOLGERUNG: Erstmals besteht die Möglichkeit, mit einem KPG-Ubbelohde Viskosimeter die Viskosität von Flüssigkeitsvolumina im Mikroliterbereich zu messen. Damit war es uns möglich, die Viskosität des Kammerwassers oder der Tränenflüssigkeit mittels einer einzigen Probenabnahme an einem bestimmten Auge zu messen. Mit dieser Methode kann zum Beispiel die Fragestellung bearbeitet werden, ob bei verschiedenen Glaukomarten unterschiedliche Kammerwasser-Viskositäten vorliegen. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Rolle der Viskosität der Tränenflüssigkeit beim trockenen Auge zu ermitteln.

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