zur Navigation zum Inhalt
 
Augenheilkunde 1. Juni 2010

Hyperlipidämie und erhöhte systemische Blutdruckwerte – gibt es einen Zusammenhang zu retinalen Arterienverschlüssen?

HINTERGRUND: Bei der Auswertung der Patientendaten unserer Abteilung zur Diagnose retinaler Arterienverschluss war auffallend, dass 42,3% der betroffenen Patienten/innen unter Therapie mit Acetylsalicylsäurepräparaten standen, 7,7% Clopidogrel und Acetylsalicylsäurepräparate und weitere 7,7% Phenprocoumon einnahmen. Folglich bekamen 57,7% der betroffenen Patienten/innen ihren retinalen Gefäßverschluss unter Thromboseprophylaxetherapie. Es stellte sich für mich daher die Frage, ob retinale Arterienverschlüsse ausschließlich durch ein thromboembolisches Geschehen verursacht werden.

MATERIAL UND METHODE: Eine retrospektive Auswertung der Patientendaten von 28 Patienten/innen mit retinalen Gefäßverschlüssen.

RESULTATE: 80,8% dieser Patienten/innen hatten erhöhte systemische Blutdruckwerte, 76,9% Hyperlipidämie, jedoch nur 26,9% Diabetes mellitus und 23% waren Raucher.

SCHLUSSFOLGERUNG: Aufgrund der vorliegenden Patientendaten scheinen erhöhter systemischer Blutdruck und Hyperlipidämie eine direkte Rolle bei der Entstehung retinaler Arterienverschlüsse zu spielen. Eine durch diese beiden Faktoren bedingte Förderung von Gefäßwandplaques der retinalen Arterien mit hämodynamischem Verschluss der Arterie ist daher zu diskutieren und könnte in Zukunft das Therapieregime bei Patienten/innen mit retinalen Arterienverschlüssen verändern.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben