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Mein Auge. Erkrankungen – Behandlungen – Informationen Andreas Wedrich, Christoph Faschinger, Otto Schmut (Hrsg.) 256 Seiten, € 19,90 Verlagshaus der Ärzte, 2010 ISBN 9783902552624
 
Augenheilkunde 8. Juni 2010

Augenblick

Ein neuer Ratgeber informiert umfassend über die Sehfunktion und ihre Störungen. Er kann Patienten empfohlen werden.

Ärzten und Wissenschaftern fällt es oft schwer, ihr umfangreiches Fachwissen in einfache Worte zu kleiden. Dem unwissenden Patienten zu erklären, warum er oder sie nun von heute auf morgen schlecht sieht, warum das Auge so rot ist und dauernd tränt oder der überhöhte Druck im Augapfel den Sehnerv kaputt macht. Noch schwieriger fällt es, den Patienten oder die Patientin davon zu überzeugen, dass das Auge regelmäßig eingetropft oder sogar operiert werden muss. Ein Patientenratgeber kann hier Unterstützung bieten.

 

Es ist ja erstaunlich, wie wenig Otto Normalbürger über eines der wesentlichsten Organe des Körpers bzw. einen der bedeutendsten Sinne des Menschen weiß. Noch viel weniger sind den meisten die vielfältigen Erkrankungen des Sehapparats bekannt. Dass man eine Brille benötigt, wenn man schlecht sieht, Kontaktlinsen oder Laseroperation – so weit reicht das Allgemeinwissen. Aber schon der Grüne Star erscheint für Patienten eher als exotisches Wesen. Umso wichtiger ist es, dass Hausärzte ihre Patienten hin und wieder auf das Befinden ihrer Augen ansprechen. Gut zu sehen, bedeutet ja nicht selbstverständlich, dass die Augen tatsächlich gesund sind. So ist die Frage, wann der Patient das letzte Mal beim Augenarzt war, um sich den Augeninnendruck messen zu lassen, eine sinnvolle Maßnahme. In diesem Zusammenhang kann ein Patientenratgeber über das Auge auch für den Allgemeinmediziner ein wertvolles Hilfsmittel zur Veranschaulichung der Zusammenhänge sein.

Ausgeklügelter Sehapparat

Das Auge ist ein komplizierter Apparat, viel ausgeklügelter als jede Kamera. Dieses Organ, das zwar für alle sichtbar ist, aber dennoch seine Funktionsgeheimnisse im Inneren verbirgt, anschaulich darzustellen, ist nicht einfach. Die Herausgeber des kürzlich erschienenen Buchs Mein Auge. Erkrankungen, Behandlungen, Informationen, die Ophthalmologen Prof. Dr. Andreas Wedrich und Prof. Dr. Christoph Faschinger, der Biochemiker Mag. phil. Otto Schmut sowie ihre Mitautoren, haben das Kunststück zuwege gebracht.

In 19 Kapiteln werden die wichtigsten Erkrankungen und Behandlungsmethoden anschaulich illustriert dargestellt. Die Inhalte reichen von den Augenverletzungen über das „Rote Auge“, das Glaukom, die Hornhautverpflanzung, die Glaskörperoperation, die diabetische Retinopathie, den Infarkt im Auge, Augentumoren und das zunehmende Problem der alternden Bevölkerung bis zur altersabhängigen Makuladegeneration. Oft wird das Leitsymptom gleich an den Anfang eines Kapitels gestellt und macht damit die Dringlichkeit einer entsprechenden Behandlung deutlich. So beginnt das Kapitel über die Netzhautabhebung mit: „Wenn der Vorhang fällt“.

Wedrich erklärt im Vorwort die Motivation für dieses Buch – Prävention: „In unserem Alltag als Augenärzte stellen wir immer wieder fest, dass Störungen im Sehen, Erkrankungen beziehungsweise Verletzungen des Auges für den Betroffenen eine besondere Bedeutung haben und auch bei harmlosen Situationen sehr große Ängste und Emotionen auslösen. Gleichzeitig sind aber der Aufbau und die Funktion des Auges sowie seine Erkrankungen nur wenig bekannt. Somit treten vermeidbare Schädigungen des Auges – selten bis hin zur Erblindung – immer noch in einem, unserem Empfinden nach, zu hohen Ausmaß auf.“

Hier kann und soll verständliche Information einen wertvollen Beitrag zur Prävention leisten. Ärzte – und keineswegs nur Augenärzte – sollten ihren Patienten das Buch ans Herz legen.

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 23 /2010

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