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Foto Licht für die Welt
Der Wiener Augenarzt Dr. Karl Rigal, Vorsitzender der Commission for International Ophthalmology (CIO), bei einer Augenuntersuchung in Burkino Faso.
Foto: Andreas Wedrich

Die Universitäts-Augenklinik in Jimma, Äthiopien, wird fachlich von der Kooperation mit der Augenklinik an der MedUni Graz profitieren.

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Die 23-jährige Josefa Felipe aus Mosambik ist sehr froh, dass die Katarakt ihres zweijährigen Sohnes operiert werden konnte und er nun wieder gut sehen kann.

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Wolfgang Gindorfer Nationales Interventionsprogramm für unkorrigierte Refraktionsanomalien, Uganda

 
Augenheilkunde 27. April 2010

Vision 2020

Es ist Halbzeit beim ehrgeizigen globalen WHO-Projekt zur Vermeidung von Blindheit. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Die Initiative Vision 2020 wurde 2000 von der WHO gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen gestartet. Dabei arbeiten Hilfsorganisationen wie „Licht für die Welt“ mit den Regierungen der betroffenen Länder und der Pharmaindustrie zusammen. Bei einem international besetzten Seminar in Innsbruck wurde kürzlich die aktuelle Situation erörtert.

 

90 Prozent der 37 Millionen blinden Menschen leben in Entwicklungsländern. Der Mangel an medizinisch ausgebildetem Personal ist dort vor allem in den ländlichen Gebieten enorm. So sind viele allein deshalb sehbehindert, weil sie aus Geldmangel und aufgrund mangelhafter Versorgung keine Brille haben.

Wolfgang Gindorfer vom Nationalen Interventionsprogramm für unkorrigierte Refraktionsanomalien in Uganda erzählt, dass Ausbildungsprogramme Abhilfe schaffen sollen: „Personen werden in einem sechswöchigen Lehrgang unterwiesen, Augenglasbestimmungen durchzuführen.“ Im nationalen optischen Workshop lernen andere, Brillen fachgerecht zu fertigen, die zum gestützten Preis abgegeben werden.

OA Dr. Karl Rigal, Augenarzt im Wiener Hanuschkrankenhaus, ist seit vielen Jahren in Burkina Faso aktiv. Er berichtet über die in Afrika häufig vorkommenden Glaukomerkrankungen, die oft unbehandelt bleiben und zur Erblindung führen: „Angehörige bringen Patienten, die schon auf einem Auge blind sind und deren zweites Auge an Sehkraft verliert.“ Ein Programm sorgt nun für die Ausbildung von Pflegekräften zu Medical Officers. Diese lernen z. B. den Augeninnendruck zu messen, die Pupillenreaktionen sowie den Augenhintergrund zu prüfen.

Beim Seminar in Innsbruck berichtete Prof. Dr. Yeshigeta Gelaw von der Augenklinik Jimma, Äthiopien, von einer neuen Kooperation mit der Universitäts-Augenklinik Graz, mit dem Ziel, die Netzhautchirurgie (Laserthrapie, Behandlung von Verletzunge, Vitrektomie) schrittweise in Jimma etablieren.

 

 www.lichtfuerdiewelt.at/

www.vision2020.org/main.cfm

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 17/2010

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