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Foto: Welldone/APA-OTS/Ehm
Prof. Dr. Christoph Faschinger Universitäts-Augenklinik der MedUni Graz
 
Augenheilkunde 16. März 2010

Glaukom: Sehnerv in Gefahr

Zum Weltglaukomtag riefen Augenärzte zur Vorsorge auf.

Zum dritten Mal wurde am 12. März der Weltglaukomtag begangen. Einmal mehr machte die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) auf die Gefahr für das Augenlicht durch die in der Bevölkerung als „Grüner Star“ bekannte Krankheit aufmerksam.

Der Augeninnendruck ist so wie erhöhte Blutdruck-, Blutfett- und Blutzuckerwerte nicht spürbar. Umso wichtiger ist es, betonte Prof. Dr. Christoph Faschinger, dass man ab 50 einmal jährlich einen Augenarzt aufsucht, um diesen Wert messen zu lassen. Der allein sagt aber noch nichts über die Gefährdung aus. Ophthalmologen inspizieren auch den Sehnervenkopf und bestimmen bei Verdacht das Sehfeld. Dessen Einschränkung bemerken Betroffene dann erst selbst, wenn große Teile des Sehnervs und damit das Sehvermögen unwiederbringlich geschädigt sind. Hausärzte sollten ihre Patienten deshalb an die jährlichen Augenarzt-Termine erinnern.

Blindheit vermeiden

Die ÖOG mache das Thema Blindheit gemeinsam mit „Vision 2020“ zum Thema, sagte Prof. Dr. Susanne Binder, Primaria der Augenabteilung der Wiener Rudolfstiftung in Wien. 2020 steht nicht nur für das Jahr – bis dahin sollen vermeidbare Erblindungen deutlich reduziert worden sein –, sondern auch für 20/20, das ist die volle Sehschärfe. Diese zu erhalten und damit auch eine hohe Lebensqualität, ist das erklärte Ziel. Früherkennung spart Leid und teure Operationen, sagte Dr. Wilhelm Marhold, Generaldirektor Wiener Krankenanstaltenverbund. Weil das Risiko für eine Glaukomerkrankung mit zunehmendem Alter steigt und auch die Lebenserwartung der Menschen steigt, wird mit einer deutlichen Zunahme der Prävalenz von 9,25 Millionen Glaukomkranken weltweit im Jahr 2010 auf 12,4 Millionen im Jahr 2020 gerechnet. Aus diesem Grund wurde beim Europäischen Parlament eine Deklaration zur Beschlussfassung eingereicht, sagte Dr. Anton Hommer, Glaukomspezialist im Wiener Krankenhaus Sanatorium Hera. Darin wird unter anderem eine Verbesserung der Glaukomprävention gefordert.

Die Glaukom-Risikofaktoren:

  • Ab 50 verdoppelt sich alle zehn Jahre das Risiko,
  • ein Augeninnendruck zwischen 22 und 30 mmHG erhöht das Risiko bis zum 13-Fachen,
  • ein Augeninnendruck von 30 mmHG und mehr erhöht es ums 40-Fache,
  • höhere Kurzsichtigkeit: zwei- bis vierfaches Risiko,
  • positive Familienanamnese: drei- bis neunfaches Risiko.
  • Weitere Risikofaktoren sind dünne Hornhaut, hoher und niedriger Blutdruck und Migräne.

In Österreich sind 80.000 Menschen erkrankt und davon 35.000 sehbehindert. Die Dunkelziffer wird auf 50 Prozent geschätzt. Frühzeitig erkannt, kann mit Tropfbehandlung und chirurgischen Eingriffen das Sehvermögen erhalten werden.

 

 www.glaukom-vorsorge.at

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 11 /2010

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