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Augenheilkunde 1. Februar 2010

Eine kurze Geschichte der Gamma Knife Radiochirurgie (LGR) von Aderhautmelanomen

Als die Radiochirurgie 1992 in Graz etabliert wurde, stand die Einzeitbestrahlung mit Cobalt 60 Quellen im Gegensatz zur protrahierten Brachytherapie, die zum damaligen Zeitpunkt mittels Ruthenium 106 Applikatoren der Standard für die Behandlung von kleinen bis mittelgroßen Aderhautmelanomen an der Univ.-Augenklinik war. In einer sehr langen Phase der Dosis-Findung über mittlerweile 17 Jahre gelang der Nachweis, dass eine Fraktion des Leksell Gamma Knife mit einer Dosis von ursprünglich 50 Gy (initial bis auf 70 Gy erhöht), mittlerweile gesenkt auf 30 Gy, ein Aderhautmelanom mit einer Tumorkontrollrate von über 90% zerstören kann. Die Senkung der Dosis und der Ausschluss von (sehr) großen Ziliarkörpermelanomen, diffus-soliden Melanomen und solchen mit einer Prominenz von über 10 mm konnte die Rate an sehr schweren Nebenwirkungen wie das Neovaskularisations-Glaukom von ursprünglich 48% auf unter 10% senken. Entscheidende Beiträge an der Entwicklung der Radiochirurgie mit dem Gamma Knife kamen von Bunge, Zambrano und Chinella (Buenos Aires), Marchini (Verona), Zehetmayer (Wien), Rennie (Sheffield) und Logani (Los Angeles). Um den Kriterien des Good Clincial Practise (GCP) bzw. der Evidence Based Medicine (EBM) zu entsprechen, sollte die definitive Wertigkeit der Radiochirurgie in einer Multicenter Studie mit definierten Ein- und Ausschluss Kriterien, einer definitiven Dosis (mit oder ohne Vergleichsgruppe) und einer identen Technik (mit gleicher Bestrahlungsplanung) beurteilt werden.

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