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Augenheilkunde 1. Februar 2010

Protonenstrahlentherapie bei Aderhautmelanomen des hinteren Augenpols

Die Protonenstrahlentherapie ist eine Hochpräzisionsbestrahlung, die für umschriebene Tumoren geeignet ist, die sich in der Nähe von kritischen Strukturen befinden und von der Bestrahlung geschont werden müssen. Aderhautmelanome des hinteren Augenpols erfüllen durch ihre Nähe zu Makula und Sehnerv diese Kriterien. Durch den sehr steilen distalen und lateralen Dosisabfall des Protonenstrahls, können diese Strukturen optimal aus dem Bestrahlungsfeld herausgehalten werden, so dass optimale funktionelle Ergebnisse erzielt werden können. Zudem fand sich bei den 336 Patienten eine lokale Tumorkontrollrate von 97,3% und ein Augenerhalt von 94,5% in 3 Jahren. Die Strahlenretinopathie und die strahleninduzierte Opticusneuropathie betrugen 53% respektive 54% nach 3 Jahren. Der mittlere Visus fiel von ursprünglich 0,5 auf 0,27 ab. Zusammenfassend bietet die Strahlentherapie mit Protonen bei Aderhautmelanomen des hinteren Augenabschnittes hervorragende lokale Tumorkontrollraten und funktionelle Ergebnisse, so dass der etwas erhöhte medizinische Aufwand allenfalls gerechtfertigt ist.

N. E. Bechrakis, E. Schmid, G. Blatsios, B. Widmann-Schuchter, S. Höcht, L. Moser, D. Cordini, J. Heufelder, G. Willerding, M. H. Foerster, Spektrum der Augenheilkunde 1/2010

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