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Foto: Alpe Adria
Die Veranstalter des Augenkongresses in Graz: Prof. Dr. Gerald Langmann, Prof. Dr. Andreas Wedrich, StatSr. Regina Hödl, Prof. Dr. Christoph Faschinger.
 
Augenheilkunde 24. November 2009

Forschung für den Erhalt der Sehkraft

Die Alpe Adria Association bietet jungen forschenden Augenärzten aus dem Alpen- und Mittelmeerraum eine Plattform.

Dem Leitsatz „Young Education and Science“ folgend, wurde dem 32. Treffen der Alpe Adria Association das 2. Grazer Tumorsymposium vorangestellt und erstmals ein internationales Meeting der Mitglieder der Augenpflege im Rahmen des Kongresses durchgeführt. Die Ophthalmologie entwickelt sich zurzeit in rasantem Tempo weiter, neue diagnostische Methoden und Behandlungsverfahren standen deshalb im Mittelpunkt des Alpe-Adria-Treffens in Graz. Denn es gilt, den Folgen der demografiebedingt dramatischen Zunahme von Augenerkrankungen entgegenzuwirken, die unbehandelt zur Erblindung führen können.

Die Forschungen konzentrieren sich vor allem auf jene Augenkrankheiten, welche die Sehfähigkeit am stärksten bedrohen – Katarakt, Glaukom, diabetische Retinopathie und altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Zudem wird, auch an der Augenklinik in Graz, an der Entwicklung des künstlichen Sehens geforscht, um den aufgrund der erblichen Augenkrankheit Retinitis pigmentosa erblindeten Patienten zumindest ein wenig Sehfähigkeit zurückgeben zu können.

Grauer Star

Die Katarakt kann in jedem Lebensalter auftreten oder sogar angeboren sein, sie findet sich aber überwiegend als Veränderung des höheren Alters. Es gibt keine gute Evidenz zur Wirksamkeit von Augentropfen. Die chirurgische Entfernung der getrübten Augenlinse, die mittels Ultraschall zerstäubt und abgesaugt wird (Phakoemulsifikation), ist der weltweit häufigste und erfolgreichste Eingriff der Chirurgie überhaupt. Allein in Österreich werden jährlich 55.000 dieser Eingriffe – meist in lokaler Betäubung – durchgeführt. Der gesamte Prozess wird zunehmend tageschirurgisch abgewickelt, was für die Patienten vorteilhaft, für die Logistik in der Klinik aber aufwändiger ist. Komplikationen sind selten, im Fall des Auftretens aber gravierend. Ein eventuell auftretender Nachstar kann sehr gut mittels Laser entfernt werden.

Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Erblindungsursache im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Bei etwa 2,7 Millionen Blinden in der EU sind 15 bis 17 Prozent durch Diabetes bedingt. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Schädigung der kleinen Blutgefäße, die einerseits zu einer Schwellung der Stelle des schärfsten Sehens mit Herabsetzung oder Verlust der Lesefähigkeit führt (diabetisches Makulaödem), andererseits zum Wachstum neuer Blutgefäße im Auge, die durch Blutung (Glaskörperblutung) und Netzhautabhebung zur Erblindung führen (Proliferative diabetische Retinopathie). Die Standardtherapie ist derzeit neben einer rigorosen Blutzucker- und Blutdruckeinstellung die Lasertherapie der Netzhaut, die aber nur bei etwa jedem zweiten Patienten eine Verschlechterung verhindern kann. In den vergangenen Jahren wurden zunehmend Medikamente, die ins Auge injiziert werden (intravitreale Injektionen), für die Behandlung des Makulaödems getestet. Erste Studien bringen vielversprechende Ergebnisse, besonders mit speziellen Gefäßwachstumshemmstoffen (Anti-VEGF-Medikamenten), wie sie auch zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zum Einsatz kommen. Der Nachteil dieser Medikamente ist derzeit noch die relativ kurze Wirkdauer und damit die Notwendigkeit wiederholter Behandlungen. In der operativen Behandlung der Glasköperblutung und Netzhautabhebung ist es in den letzten Jahren zum Einsatz neuartiger Techniken gekommen. So werden diese Operationen in vielen Fällen mit Instrumenten mit einem Durchmesser von nur mehr knapp einem halben Millimeter durchgeführt, was eine nahtlose und damit für den Patienten schonendere Behandlung mit kürzerer Rehabilitationszeit erlaubt. Erprobt werden derzeit auch Behandlungen mit Medikamenteninjektionen, die gegebenenfalls eine größere Operation in Zukunft vermeiden helfen.

AMD

Bei der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) besteht nicht die Möglichkeit, das Augenlicht durch eine Operation wieder völlig herzustellen. Seit etwa zwei Jahren gibt es eine Behandlungsmöglichkeit der feuchten Form der AMD, die mit einer Neubildung von Blutgefäßen, Schwellung der Netzhaut und Blutungen zu einer starken Herabsetzung der Sehfähigkeit führt. Allein an der Augenklinik Graz werden jährlich 1.500 intravitreale Injektionen durchgeführt, Tendenz steigend, weil auch hier wiederholte Behandlungen nötig sind. Die Hoffnung liegt zurzeit in Kombinationsbehandlungen mit mehreren Wirkstoffen oder in Kombination mit einer lokalen Bestrahlung der neuen Blutgefäße.

Kongress der Augenpflege

Die Anforderungen an die Augenpflege steigen zunehmend. Es wurden die Herausforderungen durch die neuen Therapieformen für die Pflegenden und Fragen aus den Bereichen Kataraktchirurgie, Glaukomtherapie und Kinderophthalmologie diskutiert.

MedUni Graz/IS, Ärzte Woche 48 /2009

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 20.01.2010 um 21:21:

    „Die feuchte Form der Makuladegeneration !



    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Registered Doctors'Association
    53140 Bonn / GERMANY



    Die feuchte Form der Makuladegeneration :-

    Die feuchte Form der Makuladegeneration entsteht nur bei etwa 10 % der Patienten, wobei die Ausbildung der Neovaskularisationen die Hauptursache für eine Erblindung im Rahmen der altersbedingten Makuladegeneration ist. Angiografisch lassen sich verschiedene Formen unterscheiden, die histologisch mit einem Wachstum unter oder oberhalb der Bruchschen Membran einhergehen.
    Die ursprünglich unterschiedenen Begriffe „subfoveal“, „subfoveolär“, „juxtafoveal“ und „extrafoveal“ werden nicht einheitlich verwendet. Es ist deshalb sinnvoll, lediglich zwischen „subfovealen“, also choroidalen Neovaskularisationen ( = CNVs ), die die avaskuläre Zone der Fovea erreicht haben, und „nicht subfovealen“ Membranen zu unterschieden . Als spezielle Unterform sind chorioidale Anastomosen und Pigmentepithelabhebungen abzugrenzen .

    Ursachen & schädigende Einflüsse:-
    Die Ursachen der AMD sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Offensichtlich spielen Lebensalter, eine familiäre Veranlagung sowie das Rauchen und Erkrankungen des Gefäßsystems eine Rolle. Zwei Formen werden unterschieden. Bei der sogenannten "trockenen" Makuladegeneration kommt es zu einem Ausfall des Sehpigmentes und einer nur langsam fortschreitenden und nur mäßigen Minderung der Sehkraft. Die "feuchte" (exsudative) Makuladegeneration ist mit ausgeprägten Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut verbunden. Es entstehen neue, fehlgebildete Blutgefäße (sogenannte Neovaskularisationen), die unter die Netzhaut wachsen und zu ausgedehnten Blutungen und einer plötzlichen starken Herabsetzung des Sehvermögens führen. Diese Gruppe von Patienten hat die schlechteste Prognose und muss damit rechnen, die zentrale Sehschärfe auf beiden Augen innerhalb von wenigen Jahren zu verlieren.
    Die feuchte Form der Makuladegeneration verläuft wesentlich aggressiver als die trockene Form. Dabei bilden sich kranke, undichte Blutgefäße, die in die Makula einsprießen. Die austretende Flüssigkeit zerstört die Sinneszellen; das zentrale Sehvermögen geht bereits nach wenigen Jahren verloren.

    Intravitreale Avastin® -Injektion (Wirkstoff: Bevacizumab) :-

    Avastin® ist ein Antikörper gegen den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). VEGF spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung von neuen Blutgefäßen. Substanzen, wie Avastin® , die VEGF binden und hemmen, können deshalb wirksam bei der feuchten Form der Makuladegeneration eingesetzt werden.

    Ursprünglich wurde Avastin® zur Tumorbehandlung entwickelt, da auch hier ein krankhaftes Gefäßwachstum vorliegt.
    Bei der intravitrealen Injektion wird eine geringe Wirkstoffmenge (ca. 1- 1,5mg) Avastin® in den Glaskörper injiziert. Hierdurch wird wahrscheinlich eine vorübergehende Hemmung des Gefäßwachstums bewirkt, das sonst zu einer fortschreitenden Zerstörung der Netzhautmitte führt. Bislang liegen noch keine kontrollierten Studien vor. Derzeit ist Avastin nicht für die Anwendung bei der feuchten Makuladegeneration zugelassen. Es handelt sich also um eine „off label“ Anwendung. Mögliche Risiken sind nicht im vollem Umfange bekannt. Weltweit wird dieses Medikament jedoch zunehmend mit gutem Erfolg eingesetzt, da Avastin zumindest kurzfristig den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann. Zurzeit wird auch die Infusionsbehandlung mit Avastin® bei der feuchten Makuladegeneration (SANA-Studie) in Miami, USA, und Wien, Österreich, erprobt. Vorläufige Ergebnisse sind vielversprechend.


    Literatur beim Verfasser .


    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale
    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg
    / GERMANY

    &

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale
    P.O. Box 10 01 35
    53439 Bad Neuenahr
    GERMANY

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