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Augenheilkunde 1. September 2008

Kanaloplastik bei Offenwinkel-Glaukom versus Viscocanalostomie – eine kritische 3-Jahres Verlaufsstu

EINFÜHRUNG: Patienten mit Offenwinkel-Glaukom, die sich einer primären Kanaloplastik durch die beiden Autoren unterzogen hatten, wurden einer allgemeinen Datenbank zugeführt. Die beiden Autoren fügten außerdem ihre über 3 Jahre gesammelten Ergebnisse von Patienten zusammen, die sich einer Viscocanalostomie unterzogen hatten, um so einen Vergleich von Erfolg und Komplikationen beider Behandlungsmethoden zu ermöglichen.

PATIENTEN UND METHODEN: Die Operationen wurden durchgeführt im Warrington Hospital, Warrington, England, im Spire Cheshire Hospital, Stretton, England, im Augencentrum Porz, Köln, Deutschland sowie in der Universitätsaugenklinik in Padua, Italien, in Zeit von Mai 1997 bis Mai 2008. 97 Augen von 75 Patienten wurden mit einer Kanaloplastik behandelt. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 67 Jahren (Altersspanne von 41 bis 85 Jahren). Die Verlaufskontrollen erfolgten durchschnittlich über einen Zeitraum von 19 Monaten (6 Monate bis 3 Jahre). 120 Augen von 92 Patienten wurden mit einer Viscocanalostomie behandelt. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 68 Jahren (Altersspanne von 26 bis 92 Jahren). Die Verlaufskontrollen erfolgten durchschnittlich über einen Zeitraum von 22 Monaten (3 Monate bis 3 Jahre).

ERGEBNISSE: Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen in Bezug auf den prä-operativen Augendruck und die Anzahl der Medikamente. Beide Gruppen, sowohl die Kanaloplatik- als auch die Viscocanalostomie-Patienten, zeigten eine statistisch signifikante Reduktion des Augendruckes (t = 19,25. p < 0,05 bzw. 15,54. p < 0,05) sowie der Anzahl der Medikamente (t = 21,18 p < 0,05 bzw. 23,04 p < 0,05) in Bezug auf den prä-operativen Druck. Bei der post-operativen Reduktion des Augendruckes sowie der Anzahl der Medikation gab es einen statistisch signifikanten Unterschied zugunsten der Gruppe der Kanaloplastik-Patienten (Mann-Whitney U 3940,5 und 4109,5 p = < ,001). Von 97 Augen, die mit einer Kanaloplastik behandelt wurden, konnte bei einem Erfolgskriterium von ≤ 21 mmHg eine Erfolgsrate von 97% mit Medikation und von 95% ohne Medikation erreicht werden. Wäre das Erfolgskriterium mit ≤17 mmHg definiert worden, so läge die Erfolgsrate bei 87% mit Medikation und bei 83% ohne Medikation. Von 120 Augen, die mit einer Viscocanalostomie behandelt wurden, konnte bei einem Erfolgskriterium von ≤ 21 mmHg eine Erfolgsrate von 96% mit Medikation und von 55% ohne Medikation erreicht werden. Wäre das Erfolgskriterium mit ≤ 17 mmHg definiert worden, so wäre die Erfolgsrate auf 68% mit Medikation und bei 42% ohne Medikation abgesunken. Es gab einen statistisch signifikanten Unterschied zugunsten der Gruppe der Kanaloplastik-Patienten in Bezug auf die Anzahl der Patienten, die einen post-operativen Augendruck von 17 mmHg und weniger erreichten (t = 2,55 p = ,001).

ZUSAMMENFASSUNG: Die hier zusammengetragenen Resultate zeigen, dass sowohl die Viscocanalostomie als auch die Kanaloplastik sichere und wirkungsvolle operative Behandlungsmethoden bei Offenwinkel-Glaukom darstellen. Es treten weniger Komplikationen auf, als sie in der aktuellen Literatur zur Trabekulektomie berichtet werden. Wenn jedoch die Resultate der beiden Behandlungsgruppen miteinander verglichen werden, so ist festzuhalten, dass die Kanaloplastik signifikant bessere Resultate zeigt.

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