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Augenheilkunde 1. November 2009

Akute syphilitische posteriore plakoide Chorioretinopathie und Panuveitis als Erstmanifestationen einer Lues

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Erkrankung, deren Neudiagnostizierungen vor allem in den letzten Jahren wieder zunehmen. Wir berichten von zwei Patienten mit einer akuten syphilitischen posterioren plakoiden Chorioretinopathie und zwei weiteren mit einer syphilitischen Panuveitis.

PATIENTEN: Patienten 1 und 2 wurden jeweils mit einer unilateralen Sehverschlechterung und gelblichen plakoiden Veränderungen im Bereich der Makula vorstellig. Der Visus betrug zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bei Patient 1 0,5 und bei Patient 2 0,2 am jeweils betroffenen Auge. Serumtests auf Lues waren positiv. Bei Patient 1 wurde zudem eine Neurolues diagnostiziert. Nach der entsprechenden antibiotischen Therapie bildeten sich die chorioretinalen Veränderungen zurück und der Visus stieg auf 1,0 und 0,8 an den betroffenen Augen an. Patienten 3 und 4 wurden jeweils mit einer unilateralen schweren Panuveitis vorstellig, der Visus der betroffenen Augen betrug zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 0,05 und Lichtempfinden. Bei Patientin 4 zeigte sich zudem zusätzlich eine Papillenschwellung am zweiten Auge mit einem Visus von 1,0. Auch in diesen Patienten waren Serumtests für Lues positiv und bei Patient 3 wurde zusätzlich eine Neurolues diagnostiziert. Nach der entsprechenden antibiotischen Therapie besserte sich der Visus auf 1,0 und 0,5 an den betroffenen Augen, jedoch bedurfte Patient 3 einer zusätzlichen Gabe eines parabulbären Steroids.

DISKUSSION: Beim Vorliegen des klassischen Bildes einer akuten posterioren plakoiden Chorioretinopathie sollte in erster Linie an ein syphilitisches Geschehen gedacht werden, jedoch ist es bei jeglicher unklaren okulären Entzündung oder Papillenschwellung er forderlich, Syphilis als mögliche Diagnose auszuschließen.

B. J. Langner-Wegscheider, J. Wagner, M. Weger, A. Haas, M. Mayer, A. Wedrich, Spektrum der Augenheilkunde 5/2009

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