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Augenheilkunde 1. November 2009

Bulbuserhalt und Funktion nach Endoresektion und Gamma-Knife Radiochirurgie uvealer Melanome

In den letzten Jahren hat die Endoresektion uvealer Melanome nach Vorbestrahlung als Therapieoption vor allem großer Tumore einen zunehmenden Stellenwert gewonnen. In dieser konsekutiven Fallstudie werden die Ergebnisse früher Resektionen denen später Resektionen (mehr als sechs Monate nach Bestrahlung) nach stereotaktischer Radiotherapie gegenüber gestellt. Insgesamt 13 PatientInnen (10 Männer, 3 Frauen) mit einem mittleren Alter von 64 Jahren (42–88 Jahre) wurden in diese Studie inkludiert.

Bei 12 PatientInnen wurde eine Gamma-Knife Radiochirurgie durchgeführt, davon waren zwei mit Thermotherapie vorbehandelt. In einem Fall wurde primär eine Brachytherapie mit Ruthenium 106 durchgeführt.

Die mittlere Tumorbasis betrug 12,5 mm (8,3–20 mm), die mittlere Tumorprominenz 9 mm (4,4–16,5 mm). Der Visus lag vor der Bestrahlung bei fünf PatientInnen zwischen Lichtprojektion und 0,05, zwischen 0,1 und 0,5 bei sieben PatientInnen und 1,0 bei einem Patienten. Bei allen PatientInnen wurde eine Vitrektomie mit anschließender Endoresektion und Silikonöltamponade nach initialer Bestrahlung durchgeführt.

Primäre Ergebnisparameter waren Bulbuserhalt und Funktion nach Endoresektion. Eine totale Tumorregression ohne Rezidiv wurde in allen Augen, ein Erhalt des Bulbus wurde in 12/13 (92%) Augen erzielt. Der Visus lag bei insgesamt sieben PatientInnen zwischen Lichtprojektion und 0,05, bei einer/m PatientIn bei 0,1, insgesamt fünf PatientInnen zeigten kein Lichtempfinden. Bezüglich Visus und anatomischen Ergebnis bestand kein Unterschied zwischen der Gruppe mit früher (weniger als sechs Monaten nach Bestrahlung, sechs PatientInnen) und später (mehr als sechs Monate) Endoresektion. Bei sechs Augen war eine weitere Vitrektomie erforderlich, bei einem eine Vorderkammerspülung. Ein Auge musste enukleiert werden. Zwei PatientInnen entwickelten Metastasen im Beobachtungszeitraum.

Eine Gamma-Knife Bestrahlung in Kombination mit Endoresektion ist eine erfolgreiche Behandlungsstrategie im Hinblick auf Bulbuserhalt und Erhalt einer Restfunktion bei großen Tumoren oder Tumoren mit Begleitamotio, die Sehfunktion wird durch radiogene Schäden bzw. Dauer der Netzhautabhebung definiert.

C. F. Mayer, G. Langmann, W. Wackernagel, M. Schneider, A. Wedrich, Spektrum der Augenheilkunde 5/2009

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