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Augenheilkunde 1. September 2008

Kontrollierte Zyklophotokoagulation (COCO)

HINTERGRUND: Die transsklerale Zyklophotokoagulation wird seit vielen Jahrzehnten als Therapie der letzten Wahl bei ansonsten therapierefraktären Glaukomen eingesetzt. Allein die Bezeichnung "zyklodestruktiver Eingriff" suggeriert bereits ein hohes Schadenspotential.

METHODE: Zur Dosierungsoptimierung der Energie des einzelnen Lasereffektes wurde eine Echtzeitkontrolle eingeführt, der Strahlungstransport wurde über den Lichtleiterquerschnitt optimiert und die Wellenlänge wurde auf die Pigmentierung des Auges abgestimmt: hellhäutige (europäische) Patienten werden mit 810 nm, dunkelhäutige (afrikanische) mit 940 nm behandelt. Die Leistung des Lasers wurde gegenüber anderen Protokollen deutlich erhöht (5 W), die durchschnittliche Energie pro Effekt mit ca. 1,5 J stark reduziert. Die genannten methodischen Verbesserungen bewirken eine weitgehend selektive Koagulation des Zielgewebes und reduzieren damit die thermische Belastung des Auges erheblich.

ERGEBNISSE: In über 10 Jahren Anwendungserfahrung und mehreren tausend Behandlungen konnte bei der COCO bisher keine einzige schwere, unerwünschte Komplikation wie intraokulare Blutung, Aderhautamotio oder gar Phthisis bulbi an europäischen Patienten beobachtet werden. Die Drucksenkungen liegen bei durchschnittlich 20–25%, sind aber im Einzelfall schlecht vorhersagbar. Widerholungsbehandlungen sind oft nötig, aber auch fast beliebig möglich (bisheriges Maximum 13 mal). Bei afrikanischen Patienten ist die Methode noch in der Erprobung, aber auch hier wurde in über 500 Behandlungen keine der genannten schweren Komplikationen beobachtet.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die Bezeichnung "zyklodestruktiver Eingriff" ist irreführend und stellt das wichtigste Hindernis zur weiteren Verbreitung der kontrollierten Zyklophotokoagulation dar. Negative Aspekte der Methode sind eher in der schlechten individuellen Vorhersagbarkeit des kurz- und mittelfristigen Erfolges zu sehen sowie in der ebenfalls individuell nicht vorhersehbaren Verheilungstendenz des Auges mit möglichem, späterem Wiederanstieg des Augendrucks.

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