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Foto: Welldone Werbeagentur
 
Augenheilkunde 20. Oktober 2009

Tag der Augenvorsorge

Am 14. November sollen „offene Ordinationen“ Bewusstsein schaffen und Schwellenangst abbauen.

Sehen zu können, ist für den Menschen von immenser Bedeutung. Gesundheitsminister Alois Stöger diplomé unterstützt deshalb die österreichischen Augenärzte in ihrem Bemühen, die Bevölkerung über die Bedeutung der Augenvorsorge und speziell die Risiken von Augenerkrankungen zu informieren. Am Samstag, den 14. November, werden zu diesem Zweck in ganz Österreich Augenärzte ihre Ordinationen von 10 bis 18 Uhr offen halten.

„Ich möchte mitwirken, dass wir Augenerkrankungen zum Thema machen“, bekannte Stöger bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des „Tags der Augenvorsorge“. Denn für die Lebensqualität – auch im Alter – ist die Sehkraft maßgeblich.

„Jeder Zweite über 40 weiß nicht, dass er im späteren Leben gefährdet ist, eine Augenerkrankung zu bekommen“, berichtete Prof. Dr. Susanne Binder, ständige wissenschaftliche Sekretärin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG). Offenbar kennt der Österreicher den Augenarzt nur als „Brillenanpasser“. Wenn er nicht ohnehin gleich zum Augenoptiker geht.

Warum ist der Augenarzt und seine Tätigkeit so wenig im Bewusstsein der Bevölkerung verankert? Halten etwa zu lange Wartezeiten auf einen Termin von einem Arztbesuch ab?

Wer Veränderungen will, muss diese Fragen beantworten können. Deshalb gab die ÖOG eine Telefonumfrage unter 211 niedergelassenen Augenärzten mit Kassenvertrag in Auftrag. Anhand von vier typischen Gründen wurden die konkreten Wartezeiten in der jeweiligen Ordination erfragt: Anrufer hat akute Schmerzen/entzündetes Auge; möchte eine Vorsorgeuntersuchung machen lassen; glaubt, eine neue Brille zu brauchen; möchte sein Kind zur Vorsorgeuntersuchung anmelden.

Die Ergebnisse: Aus der Befragung geht hervor, dass im Akutfall die Patienten schnell, zumeist noch am selben Tag, einen Termin bekommen. In den übrigen Fällen – Vorsorgeuntersuchung, Brille bzw. Vorsorgeuntersuchung für das Kind – ist die Wartezeit auf einen Termin allerdings sehr lange: vier Wochen und länger sind laut der Telefonerhebung die Regel. Bei über einem Drittel der befragten Ärzte dauert die Wartezeit für einen Termin sogar über zwei Monate. Die längsten Wartezeiten bezüglich Vorsorgeuntersuchung bestehen in Oberösterreich, Kärnten und Vorarlberg: In diesen Bundesländern warten Patienten zwei Monate und länger auf einen Termin.

„Aus den Ergebnissen geht ein klarer Handlungsbedarf hervor“, betonte Binder. Der „Tag der Augenvorsorge“ ist ein erster Schritt, bewusst zu machen, dass einwandfreies Sehen noch lange nicht heißt, dass die Augen gesund sind. Erst wenn die Hälfte der Augennervfasern ausgefallen ist, bemerkt man selbst den Schaden. Dieser ist dann aber bereits irreversibel.

 

www.tag-der-augenvorsorge.at

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 43 /2009

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