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Augenheilkunde 6. Oktober 2009

107. DOG-Kongress: Neue Hornhaut

Weltweit verpflanzen Augenärzte 100.000 Hornhäute im Jahr. Der Bedarf an Spendergewebe ist jedoch höher als das Angebot. Große Hoffnungen werden deshalb in die Entwicklung künstlicher Hornhäute gesetzt. Experimente mit knochenähnlichen Kunststoffen und Kollagen sind vielversprechend.

 

Forscher sind seit langem auf der Suche nach dem idealen Material für eine künstliche Hornhaut. Aber ob Glas, Plastik oder Kunststoffe: „Die meisten Hornhautprothesen werden früher oder später vom Gewebe abgestoßen“, berichtet Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl vom Klinikum Essen.

Zahn im Auge

Für eine ungewöhnliche Variante der künstlichen Hornhaut, die Osteo-Odonto-Keratoprothese, liegen gute Ergebnisse vor. Ihr Rahmen wird aus dem Material einer Zahnwurzel und dem umgebenden Zahnhalteapparat gebildet. Eingebettet ist ein Kunststoff, der die Funktion der Hornhaut übernimmt. Aber das kosmetische Ergebnis der Prothese ist nicht ansprechend und die Operation lediglich eine Notlösung. Zurzeit wird deshalb mit dem Knochenersatz Hydroxylapatit experimentiert. Im Tierversuch sind diese „Bio“-Kunststoffe gut mit der Umgebung verwachsen.

Aber noch muss ein Problem gelöst werden: Gegen das Eindringen von Krankheitserregern sollte die künstliche Hornhaut von Schleimhaut, wie bei der natürlichen Hornhaut, überwachsen sein. Forscher suchen nun nach Substanzen, die die Haftung des Epithels auf der künstlichen Hornhaut verbessern. „Gute Ergebnisse konnten mit Kollagen erzielt werden, einem auch im Bindegewebe des Körpers vorhandenen Molekül“, so Steuhl.

Pressestelle DOG-Kongress/IS, Ärzte Woche 41 /2009

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