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Augenheilkunde 6. Oktober 2009

107. DOG-Kongress: Alternativen zur Lesebrille

Laser und Kunstlinsen korrigieren Alterssichtigkeit.

Alterssichtigkeit stellt sich ein, wenn die Linse im Laufe der Jahre ihre Elastizität und damit die Fähigkeit zur Naheinstellung verliert. Abhilfe schafft hier eine zusätzliche Linse in Form einer Lesebrille. Immer häufiger ersetzen Laserbehandlungen oder künstliche Linsen die Brille. Fortschritte bei der operativen Korrektur der Alterssichtigkeit waren ein Schwerpunkt auf dem 107. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Augenärzte können die Hornhaut des Auges mithilfe eines Lasers verändern und so die Refraktion ändern. Bei der „Monovision“ tragen sie diese so ab, dass ein Auge in der Ferne und das andere Auge in der Nähe scharf sieht. „Mit den neuesten Laser-Techniken können wir die Hornhaut aber mittlerweile auch so modellieren, dass der Patient mit dem gleichen Auge in der Nähe und Ferne scharf sehen kann“, erklärte Prof. Dr. Thomas Kohnen von der Klinik für Augenheilkunde an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Denn auf der Hornhaut liegen bestimmte Zonen für Nah- und Fernkorrektur, die nur millimeterweit voneinander entfernt sind. Entsprechend dieser „multifokalen” Profile wird die Hornhaut abgetragen, um ein Gleitsehen auch ohne Brille zu ermöglichen. „Einige Patienten klagen in der Folge allerdings über Blendphänomene oder ein eingeschränktes Kontrastsehen“, berichtete Kohnen.

Derartige Einschränkungen treten bei der neuesten Generation der multifokalen Intraokularlinsen (IOL) nur noch in extrem seltenen Fällen auf. Diese IOL projizieren wie die Lasertherapie gleichzeitig mehrere Brennpunkte ins Auge, um deutliches Sehen in verschiedenen Entfernungen zu ermöglichen. Der Vorteil: „Viele Menschen benötigen im Alter wegen einer Kararakt ohnehin eine IOL“, erklärte Kohnen. „So können wir mit einem Eingriff zwei Sehstörungen beheben.“

Die neueste Entwicklung sind Linsen, die sich der Entfernung selbst anpassen. Im Gegensatz zu den multifokalen IOL haben solche Linsen nur einen Brennpunkt. Wie bei einer natürlichen Linse verschiebt sich dieser und ermöglicht es so, Gegenstände in verschiedenen Entfernungen deutlich zu sehen. Bisherige Ergebnisse, die Kohnen auch mit seinen Kollegen auf dem DOG-Kongress diskutierte, seien sehr vielversprechend. Kohnen: „Es zeigen sich lediglich leichte Einbußen bei der Nahsehschärfe. Probleme wie ein eingeschränktes Kontrastsehen gibt es hier nicht.“

Presse DOG-Kongress/IS, Ärzte Woche 41 /2009

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