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Augenheilkunde 8. Oktober 2009

107. DOG-Kongress: Stents im Auge

Unter dem Motto „Lebenslang gut sehen – weil Augenärzte forschen, lehren, heilen und helfen“ diskutierten rund 4.500 Kongressteilnehmer in Leipzig neue diagnostische Strategien und Therapien, die dazu beitragen, gutes Sehen bis ins hohe Alter zu gewährleisten. Die Fortbildungsthemen umfassten das gesamte Spektrum der Augenheilkunde. Fortschritte in der Hornhaut- und Linsenchirurgie standen ebenso auf dem Programm wie die diabetische Retinopathie. Zudem wurden neueste Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Grundlagenforschung vorgestellt.

Stents im Auge

Glaukompatienten können erblinden, wenn ein erhöhter Augeninnendruck nicht rechtzeitig gesenkt wird. Neben der medikamentösen Drucksenkung kommen auch chirurgische Eingriffe zum Einsatz. Eine neue Methode zur Senkung ist der Einsatz von Mikrostents. Die Gefäßstützen leiten überschüssiges Kammerwasser direkt in das Abflusssystem des Auges ab.

 

Wenn das Kammerwasser vor der Linse nicht abfließen kann, erhöht sich der Augeninnendruck. In den inneren Augenwinkel eingesetzte Implantate aus Silikon oder Kunststoff können Abhilfe schaffen. Sie leiten das Kammerwasser in einen Bereich unter der Bindehaut ab, der Druck sinkt. Die Operation verläuft meist komplikationslos, später können sich jedoch Druckstellen und Verschlüsse bilden oder aber zu viel Kammerwasser abfließen. Jedes Jahr müssen deswegen rund zehn Prozent der Implantate wieder entfernt werden.

Winzige Röhrchen

Bessere Ergebnisse erwarten sich Experten von neuen Mikrostents. Ultrafeine Röhrchen werden im inneren Augenwinkel platziert und leiten das Augenwasser in das natürliche Drainagesystem des Auges ab. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Die Frage ist aber meist, ob Mikrostents auf Dauer vom Körper akzeptiert werden. Für den langfristigen Erfolg werden wohl die Materialeigenschaften der Stents entscheidend sein. Das menschliche Immunsystem erkennt alle bekannten Implantate als Fremdkörper und reagiert mit der Bildung von Narbengewebe, das früher oder später die Stents umschließt.

An der Universitätsaugenklinik Rostock wird mit neuen, keramikartigen Stoffen experimentiert, die zur Vorbeugung von Narbenbildung mit Kortison versetzt sind. Das Medikament wird von der Oberfläche freigesetzt und verhindert, dass es im Bereich des Stents zu einer Entzündung kommt. Eine weitere Neuheit: Der Stent ist mit einem druckgesteuerten Ventil ausgestattet. Dieses passt den Abfluss des Kammerwassers präzise an den Augeninnendruck an.

 

Pressestelle DOG-Kongress/IS, Ärzte Woche 41 /2009

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