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Foto: wikipedia
Kapitale Fehler beim Gebrauch sind das Schlafen mit Kontaktlinsen und die falsche Reinigung, etwa mit Leitungswasser.
 
Augenheilkunde 30. September 2009

Riskante Sichtweisen

Wer Kontaktlinsen verwendet, braucht Beratung und ärztliche Kontrollen.

Falsche, schlecht gepflegte Haftschalen können die Hornhaut schädigen. Bei Online-Käufen kommt die Beratung zu kurz.

Die Zahl der Hornhaut-Infektionen hat in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen. Auslöser dieser Komplikation sind Bakterien, Pilze oder Amöben. Im schlimmsten Fall kann das Auge erblinden. „Bei formstabilen Linsen ist das Risiko einer Infektion am geringsten: Pro Jahr erkrankt etwa ein Kontaktlinsen-Träger von 10 000. Bei weichen Kontaktlinsen sind es dagegen zwei bis fünf“, erklärt Prof. Dr. Berthold Seitz, Universitätsklinikum des Saarlandes. In den großen Poren der weichen Linsen können sich Krankheitserreger leicht festsetzen. Das gilt besonders, wenn diese auch nachts getragen werden. Mangelnde Hygiene ist ein weiterer Risikofaktor: Die Reinigungsflüssigkeit muss täglich gewechselt werden. Nach einer aktuellen Studie sind auch Kontaktlinsen aus dem Internet mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden. „Das ist weniger auf Qualitätsmängel zurückzuführen, sondern darauf, dass beim Onlinekauf nur unzureichend über eine sachgerechte Pflege informiert wird”, sagt Seitz. Mindestens zweimal im Jahr sollten Kontaktlinsenträger einen Augenarzt aufsuchen, damit Veränderungen der Hornhaut festgestellt werden, bevor es zu langfristigen Schäden kommt. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft im Vorfeld ihres 107. Kongresses in Leipzig hin.

 

 

Quelle: Stapleton F. et al.: Ophthalmology 2008; 115(10): 1655-62

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