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Augenheilkunde 1. Mai 2009

Das Normaldruckglaukom – Rückblick und Ausblick

Obwohl von Graefe bereits 1857 auf eine glaukomatöse Optikusatrophie ohne Augeninnendrucksteigerung hinwies und Magitot 1908 die Ansicht vertrat, dass es sich beim glaukomatösen Sehnervenschaden um eine Gefäßerkrankung des Auges handelt, und der erhöhte Augeninnendruck einen Funktionsschaden nur beschleunige, indem die Perfusion verschlechtert wird, konzentrierte sich die Glaukomatologie über Jahrzehnte auf den Augeninnendruck.
Die Definition des primären Offenwinkelglaukoms beinhaltete immer einen Funktionsschaden im Gesichtsfeld, eine typisch glaukomatöse Veränderung des Sehnerven und eine Erhöhung des Augeninnendruckes über die statistische Norm von 21 mmHg. Erst in den Leitlinien der Europäischen Glaukomgesellschaft von 2003 wurde der erhöhte Augeninnendruck aus der Definition entfernt und damit formal das Normaldruckglaukom integriert.
Gegenwärtig wird das Normaldruckglaukom als eine Untergruppe der primären Offenwinkelglaukome ohne Erhöhung des intraokularen Druckes IOD (< 21 mmHg) definiert. Ob diese willkürliche Einteilung sinnvoll ist, bleibt offen. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Spektrum von Optikusneuropathien, die eine unterschiedliche Sensitivität gegenüber Steigerungen des Augeninnendruckes aufweisen.

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