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Allgemeinmedizin 5. Juni 2008

Viel mehr als nur „Beschwerden vor der Regel“

Über die genauen Ursachen für Beschwerden in den Tagen vor der Menstruation wie das PMS (prämenstruelles Syndrom) und seine noch schwerer ausgeprägte Form PMDD (prämenstruelle Dysphorie) sind sich die Wissenschaftler immer noch nicht im Klaren. Das erste BayerSchering PharmaSymposium auf dem Kongress der European Society of Contraception (ESC) in Prag beschäftigte sich mit diesem schwierigen Thema. Prof. Dr. Shaun O’Brien von der Keele University School of Medicine in Großbritannien berichtete: „Die Ursachen des PMS und der PMDD sind noch ungeklärt; und es fehlt an klaren und allgemein akzeptierten Kriterien dafür. Deshalb haben 2005 mehrere internationale Experten auf einem KonsensusMeeting in Amsterdam verschiedene Kriterien für die Diagnose einer PMDD erarbeitet. Wir hoffen, dass die vorgeschlagenen Kriterien in die nächste Ausgabe der WHOKlassifikation ICD11 aufgenommen werden.“

Normale Beschwerden oder PMS?

Viele Frauen leiden unter Beschwerden in den „Tagen vor den Tagen“. Die Hosen sitzen zu eng und die Brüste sind geschwollen, sie sind gereizt oder niedergeschlagen. Das prämenstruelle Syndrom (PMS) beschränkt sich nicht nur auf diese häufigen und lästigen, aber eher harmlosen Beschwerden. Beim PMS treten körperliche Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Hitze­wallungen und Akne auf. Hinzu kommen Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angstzustände, Reizbarkeit oder Heißhunger. PMS könnte laut O’Brien auch die Abkürzung sein für „Please make it stop“ („Bitte mach, dass es aufhört!“).
Es gibt auch noch eine schwerer ausgeprägte Form des PMS, genannt PMDD (prämenstruelle Dysphorie). Hier sind die emotionalen Symptome so gravierend, dass sie die körperlichen überschatten. Kennzeichnend sind eine ausgeprägte depressive Verstimmung mit Hoffnungslosigkeit oder Minderwertigkeitsgefühlen, ausgeprägte Angst und Spannungszustände, starke Gefühlsschwankungen oder anhaltende und ausgeprägte Anfälle von Wut oder Reizbarkeit. Zusätzlich erleben die Frauen auch die körperlichen Symptome des PMS.

Therapiemöglichkeiten

Ein möglicher Ansatz ist die Gabe antidepressiv wirkender Medikamente wie der selektiven SerotoninWiederaufnahmehemmer (SSRI), um die Stimmungsschwankungen und die Depressionen zu bessern. Die dahinter stehende Idee, so O’Brien, ist eine Senkung der Empfindlichkeit für Progesteron. Ein anderer weit verbreiteter Ansatz ist es, den Eisprung mit Ovulationshemmern („die Pille“) zu verhindern. Orale Kontrazeptiva werden häufig, aber mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt.

Behandlung mit YAZ®

YAZ® ist eine spezielle „Pille“ die das Gestagen Drospirenon und eine niedrige Dosis Ethinylestradiol enthält. Das Besondere: In jedem Zyklus nimmt die Anwenderin 24 Hormontabletten und vier Placebos. YAZ® ist das einzige orale Kontrazeptivum, das in den USA für die Behandlung der PMDD zugelassen ist. „Drospirenon wirkt den östrogenbedingten Wassereinlagerungen im Gewebe entgegen und vermindert so das ‚aufgeschwemmte‘ Gefühl, das den Patientinnen so zu schaffen macht“, erklärte Prof. Dr. Lee Shulman, Northwestern University Feinberg School of Medicine, Chicago. YAZ® wirkt außerdem gegen Akne, ein weiteres Problem, unter dem viele PMS/PMDDPatientinnen leiden. Die verkürzte pillenfreie Pause (nur vier statt den üblichen sieben Tagen) vermindert Hormonschwankungen. Die besonderen Eigenschaften von YAZ® erhöhen die Zufriedenheit der Patientinnen deutlich, meinte Shulman.

Quelle und Rückfragehinweis:
Bayer Austria GesmbH
Mag.(FH) Nicole Hauber
01/71146 – 3204

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