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Allgemeinmedizin 21. Mai 2008

Janumet<tt><sup>®</sup></tt> senkt den Blutzucker signifikant

Merck Sharp & Dohme (MSD) erhielt am 7.5.2008 ein positives Gutachten des CHMP (Wissenschaftlicher Ausschuss für Human­arzneimittel der EMEA), mit dem eine EU-weite Zulassung für Janumet® (Sitagliptin/Metformin) als neue Therapieoption zur Behandlung von Typ-II-Diabetes befürwortet wird. Janumet® hilft dank der gemeinsamen Wirkung von Sitagliptin, einem DPP-4-Inhibitor, und Metformin, einem der Hauptpfeiler in der Diabetestherapie, vielen Patienten dabei, ihre Blutzuckerwerte entscheidend zu senken. Janumet® wirkt gezielt gegen drei der wichtigsten Defekte bei Diabetes – verminderte Insulin-sekretion, Insulinresistenz und hepatische Glukoseüberproduktion – und ist im Vergleich zu Metformin alleine nicht mit einer Zunahme des Körpergewichts oder einem erhöhten Risiko für eine Hypoglykämie verbunden.

CHMP-Empfehlung

Das CHMP empfahl eine Zulassung von Janumet® zur Verbesserung der glykämischen Kontrolle bei Patienten mit Typ-II-Diabetes, deren Blutzuckerwerte mit einer Diät und körperlicher Betätigung plus einer maximal verträglichen Dosis von Metformin nur unzureichend eingestellt blieben oder die bereits mit der Kombination von Sitagliptin und Metformin behandelt wurden. Janumet® wird zusätzlich auch zur Zulassung in Kombination mit Sulfonylharnstoffen als Zusatz zu einer Diät und körperlicher Betätigung bei Patienten empfohlen, die mit ihrer maximal verträglichen Dosis von Metformin plus Sulfonylharnstoff nur unzureichend eingestellt sind. Diese Entscheidung wird für die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie für Norwegen und Island gültig sein. Eine endgültige Zulassung wird innerhalb von 67 Tagen erwartet, sofern die EMEA die Begutachtung durch das CHMP bestätigt.

Drei Defekte mit einer Medikation behandeln

Der Wirkmechanismus von Janumet® ist gezielt auf eine Verbesserung von drei entscheidenden Defekten bei Typ-II-Diabetes ausgerichtet – verminderte Insulinsekretion, Insulinresistenz und hepatische Glukoseüberproduktion. Der Wirkstoff Sitagliptin deckt zwei dieser drei wichtigen Defekte ab. Indem es DPP-4 hemmt, erhöht es die Konzentration von aktiven Inkretinen. Dadurch wird die körpereigene Blutzuckerregulation nach einer Mahlzeit beim Typ-2-Diabetiker aufrechterhalten: verstärkte Insulinsynthese und -freisetzung aus den Betazellen und verminderte Glukagonsekretion aus den Alphazellen des Pankreas, wodurch die Glukoseproduktion durch die Leber eingeschränkt wird. Metformin wirkt gezielt gegen die Insulinresistenz, indem es die Aufnahme und die Verwertung von Glukose verbessert. Metformin vermindert darüber hinaus auch ergänzend zu Sitagliptin die Glukoseproduktion durch die Leber.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit faktoriellem Design an 1.091 Patienten mit Typ-II-Diabetes, die mit Diät und körperlicher Betätigung alleine eine unzureichende glykämische Kontrolle zeigten, führte Janumet® eine starke HbA1c-Senkung herbei. In dieser Studie betrug die durchschnittliche HbA1c-Senkung im Vergleich zu Placebo nach 24 Wochen mit der Initialtherapie mit einer Kombination von Sitagliptin 100 mg täglich (50 mg zweimal täglich) und Metformin 2.000 mg täglich (1.000 mg zweimal täglich) 2,1 Prozent (n = 178; p < 0,0001; mittlerer Baselinewert für HbA1c: 8,8 Prozent). Mit der Kombination von Sitagliptin 100 mg täglich (50 mg zweimal täglich) und einer niedrigeren Metformin-Dosis von 1.000 mg täglich (500 mg zwei Mal täglich; n = 183) betrug die durchschnittliche, placebobereinigte HbA1c-Senkung 1,6 Prozent.
In der Studie betrug die Gesamt­inzidenz von unerwünschten Ereignissen, die als therapiebedingt erachtet wurden, bei den mit der Kombination von Sitagliptin und Metformin behandelten Patienten 14 Prozent im Vergleich zu 9,7 Prozent bei den mit Placebo behandelten Patienten. Die Gesamtinzidenz von Nebenwirkungen, für die ein Zusammenhang mit der Therapie angenommen wurde, war bei den Patienten mit der Kombination von Sitagliptin und Metformin mit jener bei den Patienten mit Metformin alleine vergleichbar (jeweils 14 Prozent) und höher als mit Sitagliptin alleine (6,7 Prozent), wobei die Unterschiede im Vergleich zu Sitagliptin alleine vor allem durch gastrointestinale Nebenwirkungen bedingt waren.
In einer anderen, 24-wöchigen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie mit 701 Patienten mit leicht bis mäßig erhöhtem HbA1c (mittlerer Ausgangswert 8,0 Prozent), die mit Metformin alleine nur unzureichend eingestellt waren, zeigten die Patienten mit Janumet® (n = 453) eine signifikante zusätzliche durchschnittliche placebobereinig­te HbA1c-Senkung von 0,7 Prozent gegenüber jener, die für die Patienten gemessen wurde, die mit Metformin alleine weiterbehandelt wurden (n = 224; p < 0,001).

Fazit

„Einige derzeit verfügbaren Therapien zeigen Einschränkungen hinsichtlich Sicherheit und Verträglichkeit wie etwa Gewichtzunahme oder Hypoglykämie, die dazu beitragen können, dass der Patient nicht in der Lage ist, eine entsprechende Blutzuckerkontrolle zu erreichen. Die sich ergänzenden Wirkmechanismen von Sitagliptin und Metformin gewährleisten eine deutliche Verbesserung der Blutzuckersenkung bei einem Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil, das generell ähnlich ist wie jenes von Metformin alleine“, erklärte Professor Dr. Michael Nauck, Vorstand des Diabeteszen­trum Bad Lauterberg, Deutschland.
Das CHMP überprüfte auch die Ergebnisse der Phase-III-Studien, die die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Sitagliptin 100 mg einmal täglich in Kombination mit Glimepirid (einem Sulfonylharnstoff) alleine oder mit Glimepirid plus Metformin bestätigen. Insgesamt konnten die Studiendaten zeigen, dass der Zusatz von Sita­gliptin die HbA1c-Werte und die Nüchternblutzuckerwerte im Plasma signifikant reduzierte und generell auch gut vertragen wurde (Hermansen K et al. Diabetes, Obesity and Metabolism 2007 9(5):733-745). In der Studie zeigte sich für Sitagliptin eine Gesamtinzidenz von Nebenwirkungen, die höher war als jene unter Placebo, was zum Teil durch eine höhere Inzidenz von Hypoglykämie mit der Behandlung im Vergleich zu Placebo bedingt war (16,4 Prozent versus 0,9 Prozent). Eine höhere Inzidenz von Hypoglykämie wird häufig beobachtet, wenn Antihyperglykämika in Kombination mit Sulfonylharnstoffen eingesetzt werden, wobei eine niedrigere Dosis des Sulfonylharnstoffs in Betracht gezogen werden kann, um das Risiko für eine Hypoglykämie zu reduzieren.
Janumet® darf nicht bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung oder bei Patienten mit Niereninsuffizienz eingesetzt werden. Janumet® ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, bei diabetischer Ketoazidose, diabetischem Präkoma, akuten Krankheiten, die die Nierenfunktion verändern könnten, akuten oder chronischen Krankheiten, die eine Gewebehypoxie verursachen können, akuter Alkoholintoxikation, Alkoholismus oder bei stillenden Frauen.
Weltweit wurden bisher mehr als vier Millionen Verschreibungen für Sitagliptin und mehr als 600.000 Verschreibungen für Janumet® ausgestellt. Janumet® wurde bisher in 17 Ländern und Sitagliptin ist in mehr als 70 Ländern zugelassen und in allen Teilen der Welt erhältlich. Schätzungen zufolge leiden in Europa mehr als 53 Millionen Menschen an Diabetes.

Quelle und Rückfragehinweis:
Merck Sharp & Dohme GesmbH
Mag. Britta Blumencron
01/26044180

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