zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 1. September 2008

Gute Beurteilung

Für Kinder mit erhöhtem Risiko durch Pneumokokken-Infektionen wird die sequenzielle Impfung empfohlen. Daten zur Anwendungssicherheit bei Kindern im Vorschulalter gibt es bisher aber nur wenige. Rose et al. untersuchten diese offene Frage und präsentierten die Daten als Poster 16a bei der DGPI-Tagung 2008 in Erlangen, Deutschland.

Von Oktober 2005 bis Juni 2007 nahmen 542 Kinderarztpraxen an einer Anwendungsbeobachtung gemäß AMG teil. Einbezogen wurden 2.648 Impflinge, davon 58,8 Prozent männlich, in einem durchschnittlichen Alter von 40,3 Monaten (Bereich zwei bis fünf Jahre).
Die am häufigsten genannten Indikationen zur Impfung waren Asthma (32,1 Prozent), andere Atemwegserkrankungen (12,6 Prozent) und Gedeihstörungen (11,3 Prozent). Bei 13,6 Prozent der Studienteilnehmer wurde parallel zur PCV7-Impfung (Prevenar®) noch mindestens eine weitere Impfung verabreicht (z. B. Influenza), bei der PPV23-Impfung (Pneumovax®) war dies zu 5,1 Prozent der Fall. Der Zeitraum zwischen Impfung mit 7-valentem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV7)- und 23-valentem Polysaccharidimpfstoff (PPV23) betrug im Mittel 82 Tage. Der Mindestabstand beträgt zwei Monate.

Lokal- und Allgemeinreaktionen

Die am häufigste beobachtete Lokal- und Allgemeinreaktionen war Fieber zwischen 38 und 38,9°C am Tag 0 und Tag 1. Für PCV7 lag die Häufigkeit bei vier Prozent (Tag 0) und 4,5 Prozent (Tag 1), für PPV23 bei etwa 7,3 Prozent (Tag 0) bis ca. 5,7 Prozent (Tag 1). Fieber ab 39,5°C entwickelten 0,77 Prozent der Kinder nach PCV7-Impfung und 1,21 Prozent nach PPV23-Impfung. Insgesamt wurden bei 6,95 Prozent der Kinder nach PCV7-Impfung unerwünschte Ereignisse (UE) beobachtet und bei 7,78 Prozent der Kinder nach PPV23-Impfung. Es handelte sich vor allem um lokalen Schmerz, Schwellung, Rötung und Fieber.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse

Nach PCV7-Impfungen wurden drei schwerwiegende UEs beobachtet, die alle nach Einschätzung des Impfarztes nicht kausal mit der Impfung zusammenhingen: eine Gastroenteritis und Dehydratation, eine stationär behandelte Gastroenteritis und eine Pneumonie mit Tonsillitis und Bauchschmerz. Nach PPV23-Impfungen wurden drei (0,14%; n = 2.131) schwerwiegende UEs beobachtet: eine Mykoplasmen Pneumonie, eine Gehirnerschütterung und eine vom Impfarzt als möglicherweise kausal verknüpft eingeschätzte Zyanose mit Dyspnoe und Hypoventilation.

Einschätzung von Eltern und Ärzten

Eltern beurteilten die Verträglichkeit von PVC7- bzw. PPV23-Impfstoff zu 92 Prozent bzw. 81,8 Prozent als gut bis sehr gut. Die entsprechende Bewertung der Ärzte lautete auf 94,7 Prozent bzw. 86 Prozent.
Die sequenzielle Pneumokokkenimpfung mit PPV7 und PPV23 bei zwei- bis fünfjährigen Kindern erwies sich in der Praxis als gut verträglich. Die sequenzielle Impfung führte nicht zu vermehrten Nebenwirkungen.

Quelle: Rose M, Krisch J, Sprenger R, Zielen S.: Anwendung und Verträglichkeit der sequenziellen Pneumokokken-Impfung bei 2-5 j. Risiko-Kindern. Poster 16a, DGPI-Tagung, Erlangen, 2008

Thiesemann-Reith, Ärzte Woche 35/2008

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben