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Allgemeinmedizin 17. Oktober 2007

Waffe gegen Krampfadern

Krampfadern werden viel zu spät behandelt. Die Schaumverödung gilt als neue zukunftsweisende Alternative zu Crossektomie und Stripping.

 Mikroschaum
Mit Mikroschaum ist eine gezielte Verödung eines bestimmten Gefäßabschnittes möglich.

Foto: Prof. Schuller-Petrovic

Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann hat eine funktionelle Störung der Venen. Aus der 2003 publizierten „Bonner Venenstudie“ weiß man sogar, dass nur 10 Prozent der Bevölkerung völlig frei von Venenveränderungen ist. Leider werden Krampfadern nicht nur von Patienten, sondern auch von vielen Ärzten als eine kosmetische Störung klassifiziert und oft erst bei einsetzenden Schmerzen viel zu spät behandelt. „Deshalb empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Phlebologie eine rechtzeitige Venenuntersuchung bei allen Personen mit Anzeichen einer Venenerkrankung. Vor allem bei jenen, in deren Familie Krampfadern vorkommen. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos und wird meist mit Duplex-Ultraschall durchgeführt“, so Prof. Dr. Sanja Schuller-Petrovic, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Phlebologie und dermatologische Angiologie.
„Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung“, mahnt Schuller-Petrovic. „Die Angst vor einer Venenoperation führt dazu, dass viele Patienten deswegen eine Behandlung vermeiden oder unnötig hinausschieben. Mittlerweile gibt es aber eine sehr positive Entwicklung in der Venentherapie: Die Schaumverödung (Sklerotherapie) von Krampfadern erlebt durch verbesserte und vereinfachte Techniken der Mikroschaumherstellung eine Renaissance“. Dabei werden die betroffenen Venen nicht herausgenommen, sondern lediglich mit Hilfe eines Mikroschaumes verklebt. Die Methode kann ambulant und ohne Anästhesie in der Ordination durchgeführt werden und ist so gut wie schmerzlos, der Patient bleibt mobil und arbeitsfähig. Es gibt keine sichtbaren Narben.
„Studien haben die Effizienz der Schaumverödung auch bei der Behandlung großer Varizen nachgewiesen. In der Behandlung des therapierbaren – aber letztlich unheilbaren – Krampfadernleidens ist die Schaumverödung auf Grund der leichten Wiederholbarkeit zweifellos eine zukunftsweisende Alternative. Das macht die Schaumverödung auch gegenüber anderen gering invasiven Methoden attraktiv“, so der Wiener Venenspezialist Dr. Bernhard Partsch. Durch die Schaumsklerosierung in Kombination mit hochauflösenden Ultraschallsonden eröffnet sich sogar die Möglichkeit, Stammvarizen erfolgreich zu behandeln. Andere minimalinvasive Methoden wie die endoluminale Ablation mit Laser­energie oder Radiofrequenzwellen, sind verhältnismäßig aufwändig und kostenintensiv. Partsch empfiehlt Patienten, sich an Venenspezialisten zu wenden, die ausreichende Erfahrung in konventioneller Sklerotherapie und eine fundierte Ausbildung in der Untersuchungstechnik mit Duplexultraschall haben.

Quelle: Presseaussendung von SiKo Pharma und Pressedienst Gesundheit und Medizin

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