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Allgemeinmedizin 12. Dezember 2007

Das war das Jahr 2007



Medizin

Woche für Woche gab es in der Ärzte Woche Aktuelles über Forschungsergebnisse und Entwicklungen in der medizinischen Praxis zu lesen. Von „A“ wie Adipositas bis „Z“ wie Zöliakie.

Impfung
Sicherer Schutz

Dem österreichischen Impfplan 2007 billigten Anfang des Jahres Experten „visionären Charakter“ zu. Vor allem Kinder hätten das Anrecht auf Routine-Impfungen gegen verhütbare Krankheiten. Darunter fallen beispielsweise auch Impfungen gegen die Influenza sowie gegen Hepatitis A, die nun für Kinder vor dem Eintritt in Kindergarten oder Schule empfohlen wird. Eine weitere Neuerung ist die Empfehlung für eine Vakzination gegen bestimmte Typen des humanen Papillomavirus (HPV) für Mädchen und Knaben vor Eintritt in das sexuell aktive Alter.

Ausgabe 5/2007, Seite 6

 

STammzellen
Hoffnung

Transplantierte Stammzellen wach­sen im Tiermodell zu funktionsfähigen Nervenzellen heran. Sie integrieren sich in das Gewebe und können sogar mit den angestammten Zellnachbarn kommunizieren. Diese in diesem Jahr veröffentlichten Studienergebnisse lassen hoffen, dass in Zukunft etwa Schäden durch Schlaganfall mit Hilfe von Stammzellen repariert werden könnten. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der pluripotenten Zellen rufen jedoch ethische Bedenken hervor, werden doch bei der Gewinnung der Stammzellen Embryonen zerstört. Eine kleine Einführung in die Stammzellkunde in der Ärzte Woche.

Ausgabe 13/2007, Seite 8

 

Tonsillektomie
Umdenken

Innerhalb eines Jahres starben in Österreich sechs Kleinkinder an den Komplikationen nach einer Tonsillektomie. Im April verblutete ein Bub aus Teesdorf am vierten Tag nach der Operation. Prof. Dr. Klaus Albegger, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, erklärte daraufhin: „Bei Kindern unter sechs Jahren sollte die Indikation zur Tonsillektomie äußerst kritisch hinterfragt und zurückhaltend gestellt werden, im Idealfall gemeinsam mit den behandelnden Ärzten.“ Im November dieses Jahres wurde schließlich ein neues Konsensuspapier veröffentlicht. Demnach soll eine vollständige Entfernung der Gaumenmandeln bei Kindern unter sechs Jahren möglichst vermieden werden.

Ausgabe 15/2007, Seite 4

 

Rheumatologie
In der Pipeline

8,4 Millionen Krankenstandstage durch Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparats sind ein deutliches Zeichen, dass wirksame Therapien gegen die verschiedenen Formen des Rheumas dringend nötig sind. Allein 80.000 Österreicher leiden an Rheumatoider Arthritis, je 50.000 an Morbus Bechterew oder psoriatrischer Arthritis. Das Risiko, im Lauf des Lebens an einer Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates zu erkranken, liegt bei 70 bis 80 Prozent. Bei diesen Krankheiten ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie besonders erforderlich. Monoklonale Antikörper sind die Hoffnungsträger für zukünftige hochwirksame Medikamente. Bereits im nächsten Jahr rechnen Experten mit der Zulassung einer Reihe von neuartigen Präparaten.

Ausgabe 27/2007, Seite 13

 

Prothetik
High-Tech-Arm

Als erster Europäer erhielt ein junger Steirer einen Armersatz, der sich mithilfe von Nervenimpulsen steuern lässt, also eine „gedankengesteuerte Prothese“. Dazu wurden dem Patienten, der beide Arme bei einem Starkstromunfall verloren hatte, die wichtigsten Armnerven aus dem Amputations-Stumpf herausgelöst und an neuromuskuläre Einheiten des Rumpfs angeschlossen. Der Erfolg stellt sich ein: Der Patient konnte nach einem aufwendigen „TechNeuroRehabilitations-Programm“ schließlich nicht nur klar abgegrenzte Areale identifizieren, sondern in manchen Arealen auch feine Sinnesqualitäten beim Gebrauch der High-Tech-Prothese entwickeln.

Ausgabe 49/2007, Seite 4

 

Politik

In diesem Jahr wurden viele Weichen für die Gesundheitspolitik neu gestellt.

Ehrgeizige Ziele

Seit 11. Jänner 2007, 11 Uhr, ist die Anästhesistin Dr. Andrea Kdolsky als neue Gesundheitsministerin im Amt. Von der Ärztekammer erhielt sie gleich einmal Vorschusslorbeeren: „Als Ärztin weiß sie aus eigener Anschauung über die Probleme und Erfordernisse im österreichischen Gesundheitssystem Bescheid“, ließ der damalige Präsident, Dr. Reiner Brettenthaler, verlauten. Im Interview mit der Ärzte Woche nannte Kdolsky die Förderung von Prävention – Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch, Impfprogramme für Kinder, Screeningprogramme und Nichtraucherschutz – als ihre wichtigsten Vorhaben, an deren Realisierung sie hartnäckig zu arbeiten beabsichtige.

Ausgabe, 4/2007, Seite 2 und 26/2007, Seite 21

 

Hausarzt in Not

Im März startete die Ärzte Woche gemeinsam mit dem Hausärzteverband eine Fragebogenaktion zur aktuellen Situation von Allgemeinmedizinern. Im Juni standen dann die Ergebnisse fest: Fast 400 niedergelassene Ärzte und Ärztinnen stellten Einkommen, Aufwand, Bürokratiebelastung und der Situation der Patienten ein schlechtes Zeugnis aus. Drei von vier Teilnehmern bezeichneten ihre finanzielle Situation als „durchwachsen“ bis „schlecht“.
61 Prozent nannten die Kassenvertragslage „eher schlecht“ oder „desolat“ , und die Zeit, die sie für Patienten haben, sei „dramatisch kurz“.

Ausgabe 12/2007, Seite 19 und 23/2007, Seite 18

 

Einsatz für den Bürokratie-Stopp

Am 26. Juni des Jahres wurde MR Dr. Walter Dorner zum Präsidenten der Standesvertretung der österreichischen Ärzte bestellt. Im in der Jubiläumsausgabe zum 20-jährigen Bestehen der Ärzte Woche erschienenen Gespräch erläuterte Dorner, warum ihm Politiker wie Baupoliere vorkommen, dass die ELGA ein Kostenfass ohne Boden ist und wieso das Fundament, auf dem niedergelassene Ärzte stehen, abzurutschen droht. Zuallererst werde er sich für einen Bürokratie-Stopp einsetzen, kündigte der gelernte Chirurg und Generalmajor beim Bundesheer an. „Dann werde ich mich dafür stark machen, dass die e-Card, die ja jeder Patient liebt und die ein Vorzeigemodell der Republik ist, mit einem Foto des Inhabers versehen wird. Wie soll der Arzt wissen, wer der Versicherte ist?“, fragte Dorner. Die Zukunft des Arztberufs sah er in einer weiteren Subspezialisierung und im Zusammenschluss in Ordinationsgruppierungen.

Ausgabe 26/2007, Seite 22

 

Disease Management Programm

Mitte des Jahres wurde das Roll-Out des ersten österreichischen Disease Management Programms (DMP), Therapie Aktiv, in alle Bundesländer verkündet. Das integrierte Versorgungssystem für Patienten mit Typ-2-Diabetes soll langfristig die Folgeschäden der chronischen Erkrankung wie Herzinfarkte, Amputationen, Dialysen und Erblindungen vermindern. Studien bezeichneten zuvor die Versorgung von österreichischen Diabetikern als mangelhaft: zu später Behandlungsbeginn, Inhomogenität in der Behandlung, mangelndes Schnittstellenmanagement und zum Teil fehlende Strukturen wie beispielsweise Fußambulanzen. Das Programm soll ab nun eine kontinuierliche Langzeitbetreuung forcieren. Die Einführung von Therapie Aktiv wurde im Laufe des Jahres in Testregionen in der Steiermark, in Niederösterreich, Salzburg und allen Wiener Bezirken gestartet.

Ausgabe 28/2007, Seite 8

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