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Allgemeinmedizin 5. Dezember 2007

Entdeckung des Hormons Leptin

Bereits zum sechsten Mal wurde heuer der Danone International Prize for Nutrition vergeben, und diesmal geht er an Professor Jeffrey Friedman von der Rockefeller Universität und dem Howard Hughes Medical Institute in New York. Er wird für seine herausragenden Entdeckungen an dem von ihm entdeckten Hormon Leptin ausgezeichnet. Friedmans Forschungen in den 90er-Jahren waren die wissenschaftliche Grundlage für die Erforschung von Fettleibigkeit, die auch genetische Ursachen haben kann. Preisträger Jeffrey Friedman: „Es ist wichtig, die biologische Basis von Fettleibigkeit zu verstehen. Da geht es nicht um ein persönliches Versagen. Bei dem Versuch abzunehmen kämpfen ­diese Menschen einen schweren Kampf, nämlich den gegen ihre eigene biologische Natur. Wir hoffen, mit unseren Entdeckungen diesen Kampf einfacher zu machen, allerdings müssen wir Geduld haben. Wissenschaftliche Fortschritte brauchen ihre Zeit, und die Integration solcher Entdeckungen in neue Behandlungsmethoden ist langwierig.“
Die oftmalige Behauptung, Gewichtskontrolle sei nur eine Frage der Disziplin, ist also nicht richtig und führt zu Stigmatisierung von fettleibigen Menschen. Dazu Friedman: „Die Umgebung ist sicher zum Teil für Fettleibigkeit verantwortlich, die westliche Welt hat ein Übermaß an Nahrung zu Verfügung. Dennoch kann allein der Einfluss der Umwelt nicht die enormen Gewichtsunterschiede in der Bevölkerung erklären. Es gibt immer mehr wissenschaftlichen Beweis, dass das Gewicht durch ein exaktes biologisches System auf einem konstanten Level gehalten wird. Daher schlagen Abnehmversuche so oft fehl.“ Genau dieses biologische Sys­tem hat Friedman geholfen zu entdecken und zu entschlüsseln, und zwar seit dem Jahr 1994, als er das Hormon Leptin entdeckt hatte. Dieses wird beim gesunden Menschen vom Fettgewebe produziert, sprich ein erhöhtes Fettgewebe geht einher mit einem erhöhten Leptinlevel, wodurch es zu einer Reduktion von Essensaufnahme kommt. Umgekehrt funktioniert es genauso: Eine Abnahme von Körperfett führt auch zu einer Abnahme von Leptin, was wiederum eine erhöhte Nahrungsaufnahme stimuliert. Störungen dieses Hormons führen jedoch zu unstillbarem Appetit, tödlicher Fettleibigkeit und zahlreichen klinischen Abnormalitäten.
Während man jedoch vor 20 Jahren noch kaum etwas über diese biologischen Mechanismen wusste, die für die Kontrolle des Körpergewichts verantwortlich sind, waren Friedmans Erkenntnisse Mitte der 90er-Jahre der Startschuss für zahlreiche weitere Untersuchungen über die genetischen Grundlagen von Adipositas. Mittlerweile kennt man rund 250 weitere Gene, die mit Fettleibigkeit in Zusammenhang stehen.
Der Danone Ernährungspreis wird seit 1997 alle zwei Jahre vom „Danone Institut“ mit wissenschaftlicher Unterstützung der französischen „Fondation pour la Recherche Médicale“ verliehen. Heute ist der Preis die weltweit am meisten anerkannte Initiative im Bereich der Ernährungsforschung und steht für den Einsatz des Danone Instituts, innovative Forschung im Bereich Ernährung zu würdigen und zu fördern; und damit gleichzeitig die Bedeutung von Ernährung für die menschliche Gesundheit hervorzuheben.

Mehr Infos unter:
www.danoneinstitutes.org

Quelle und Rückfragehinweis:
Danone GesmbH
Dr. Petra Burger
Tel: 01/ 211 57-215

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