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Allgemeinmedizin 5. Dezember 2007

Erstes Pflaster gegen Alzheimer zugelassen

Mit Spannung werden die im Rahmen des 2. Wiener Alzheimertags am 24. November im Wiener Rathaus erstmals einem breiten Fachpublikum vorgestellten Daten zur transdermalen Applikation von Rivastigmin erwartet. Von dem neuen Alzheimer-Pflaster erwarten sich Experten einen Qualitätssprung hinsichtlich Sicherheit, Nebenwirkungen und Verträglichkeit in der Therapie der Alzhei­merdemenz sowie eine deutliche Erleichterung für betreuende Angehörige. Das Exelon®-Pflaster (Rivastigmin transdermal) ist die erste und einzige transdermale Behandlungsform der Alzheimer-Erkrankung, an der weltweit Millionen von Menschen leiden. Placebokontrollierte klinische Studien zeigen, dass die Patienten von dieser Therapie hinsichtlich ihrer Gedächtnisleistung und ihrer Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben deutlich profitierten.
Durch die besondere Galenik bleibt der Wirkstoffspiegel im Blut konstant. Die Verträglichkeit wird dadurch verbessert. Gastrointestinale Nebenwirkungen, wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen, die häufig mit der Einnahme von Cholinesterasehemmern einhergehen, liegen fast auf Placebo-Niveau. Dadurch können deutlich mehr Patienten die empfohlene Zieldosis erreichen als bislang unter oraler Therapie. Die Therapie wird somit effizienter.
„Das Exelon®-Pflaster (Rivastigmin transdermal) stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung der Alzheimer Demenz dar“, meint Prof. Dr. George Grossberg von der St. Louis University in St. Louis (USA). „Durch die kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffs wird die Pflege für Patienten und Pflegepersonen leichter, da kaum Nebenwirkungen auftreten. Außerdem können sich die Pflegenden durch einen einfachen Blick davon überzeugen, dass der Patient sein Medikament auch regelmäßig erhält. So können viele PatientInnen durch das Exelon®-Pflaster (Rivastigmin transdermal) weiterhin an den Aktivitäten des täglichen Lebens teilnehmen“, sagt Grossberg.
Bei der Entwicklung des Pflasters wurde vor allem an die Compliance der Patienten gedacht. Klinischen Studiendaten zufolge zogen über 70 Prozent der Pflegepersonen das Pflaster den Kapseln vor, weil sie die Therapie besser im Auge behalten konnten. Die Patienten fühlten sich im Alltag weniger beeinträchtigt und schätzten das Pflaster als benutzerfreundlicher ein.
Die Zulassung des Exelon®-Pflasters (Rivastigmin transdermal) basiert auf Ergebnissen der internationalen klinischen IDEAL-(Investigation of Transdermal Exelon in ALzheimer’s disease)-Studie, an der fast 1.200 Patienten zwischen 50 und 85 Jahren mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Krankheit teilnahmen. Die Wirkung des Exelon®-Pflasters (Rivastigmin transdermal) ist vergleichbar mit der Wirksamkeit von Exelon Kapseln in höchster Dosierung. Die Zieldosis (9,5mg/24 Stunden) wurde von den PatientInnen gut vertragen.

Literatur:
1 Winblad B, Cummings J, et al. A 6-Month Double-blind, Randomized, Placebo-Controlled Study of A Transdermal Patch in Alzheimer’d Disease – Rivastigmine Patch versus Capsule. International Journal of Geriatric Psychiatry.

Quelle und Rückfragehinweis:
Novartis Pharma GmbH
Mag. Elisabeth Marchart
01/ 866 57 629

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