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Allgemeinmedizin 13. November 2007

In Graz tanzen die Hormone

Es ist schon Tradition: Ende November kommen die Allgemeinmediziner nach Graz. Der Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms liegt in diesem Jahr auf Krankheiten mit hormonellen Ursachen.

Gefühle im Spiegel der Hormone, Endokrine Erkrankungen – was gehört operiert und was nicht?, Einfluss der Ernährung auf den Hormonhaushalt und Cortison, der Alleskönner? – das sind nur einige der Themen, die auf dem diesjährigen Allgemeinmediziner-Kongress in Graz behandelt werden. Unregelmäßigkeiten im Hormonhaushalt können sich mit vielen verschiedenen Symptomen äußern. „Allgemeinmediziner sollte diese deuten können und die weitere Abklärung einleiten“, betont Kongressleiter Dr. Walter Fiala. Zumal Hausärzte ihre Patienten meist über einen langen Zeitraum kennen und Veränderungen ihnen deshalb oft als Erste auffallen.
Den Patienten selbst fallen Veränderungen an ihrem Körper oder in ihrer Stimmungslage oft schon lange bevor eine Störung manifest geworden ist auf. Solche Berichte sind „in vielen Fällen wesentlich sensiblere Indikatoren als Laborbefunde“, so Fiala. „In der Medizin geht es auch und vor allem um das subjektive Empfinden der Patienten“, bestätigt Dr. Wolfgang Routil, Präsident der Ärztekammer Steiermark. Da es um Nuancen gehe, die Apparate nicht messen und schon gar nicht interpretieren können, bleibe es „ein Wunschtraum einiger Gesundheitsökonomen und -politiker, den kranken Menschen auf Laborwerte, Zahlen und maschinelle Analysen zu reduzieren“.
Im Zeitalter von Anti- und Better-Aging sehen sich Ärzte häufig mit Patientenfragen nach Hormonsubstitution konfrontiert. „Eingriffe in den ‚Tanz der Hormone‘ verursachen sehr komplexe Wirkungen“, mahnt Fiala, „die eine profunde Kenntnis der mannigfaltigen Interaktionen von Hormonen mit dem Gesamtsystem erfordern.“ Diese Kenntnis zu vermitteln ist Ziel der diesjährigen Allgemeinmediziner-Tagung. Weitere Vorträge bzw. Seminare behandeln Fallgruben des EKO, den Umgang mit störrischer Software oder mit schwierigen Patienten.
Die Ärzte Woche wird in den folgenden Wochen mit einigen Berichten Themen der Tagung aufgreifen, die Ausgabe 47 liegt auf dem Kongress auf.

Elisabeth Tschachler-Roth, Ärzte Woche 46/2007

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