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Allgemeinmedizin 4. April 2007

Die Rolle von Vitamin D beim gesunden Altern

Vitamin D reguliert nicht nur den Kalziumspiegel, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle etwa in der Zelldifferenzierung. Um Alterungsprozesse, die das Risiko für gewisse Krankheiten erhöhen, abzubremsen, erscheint die Supplementierung des Vitamins über die Ernährung als sinnvoll.

 Sonne
Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit der Haut ab, über Sonneneinwirkung aus den Vorstufen Vitamin D zu synthetisieren.

Foto: Buenos Dias/photos.com

Vitamin D hat neben der zentralen Rolle in der Regulierung des Kalziumspiegels im Blut und im Knochenstoffwechsel auch wesentliche andere Funktionen, wie in der Zelldifferenzierung, der Hemmung der Zellproliferation, der Immunmodulation und der Kontrolle anderer hormonaler Systeme. Eine Supplementation über die Ernährung scheint daher eine aussichtsreiche Methode zur Ermöglichung von gesundem Altern zu sein.

Die Knochen stärken

Die hormonelle Situation alternder Frauen kann mit der Entwicklung von einigen altersassoziierten Erkrankungen wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in Verbindung gebracht werden. Aus dieser Sicht scheint es sinnvoll, die zugrundeliegende Pathophysiologie und die Rolle von über die Ernährung aufgenommenen hormonellen Faktoren, wie dem Vitamin D, zu untersuchen. Es gilt herauszufinden, ob eine Prävention oder Postponierung der Entwicklung von diesen Krankheiten durch die Einnahme von Vitamin D möglich ist. „Wir wollen ein gesundes Altern erreichen, und dazu ist die genaue Betrachtung der einzelnen Lebensphasen der Frauen und deren Physiologie von Bedeutung“, so Prof. Dr. Morris Notelovitz aus Washington DC, USA, beim Anti-Aging-Kongress im Herbst 2006 in der Wiener Hofburg.
Im Rahmen der Osteoporose kommt es zu einer Änderung der Mikroarchitektur des Knochens und damit zu einer erhöhten Frakturrate. Hintan gehalten werden kann das durch ein gesundes mineralisiertes Skelett. Der Experte: „Die beste Gelegenheit für eine Stärkung der Knochenmasse ergibt sich bereits in der Adoleszenz. Vitamin D spielt beim Aufbau der Knochenmasse eine wesentliche Rolle. Es erhöht die Rückresorption von Kalzium im Darm und Nieren und sorgt für die Entwicklung und Erhaltung eines gesunden mineralisierten Skeletts. So wird einerseits der Kalziumspiegel im Blut und andererseits der Knochenstoffwechsel direkt beeinflusst. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass genetische Faktoren die Wirkung von Vitamin D wesentlich bestimmen. So können junge Frauen mit einem bestimmten Polymorphismus um 30 Prozent weniger Kalzium absorbieren als andere.“ Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Fähigkeit der Haut ab, aus den Vorstufen über Sonneneinwirkung Vitamin D zu synthetisieren. Weiters kommt es zu einer Downregulation der Vitamin-D-Rezeptoren.

Schützende Wirkung

Aus der Tatsache, dass die meisten Körpergewebe 1,25-Dihydroxyvitamin D nicht nur über eigene Rezeptoren erkennen, sondern auch über die enzymatische Kapazität verfügen, es aus 25-Hydroxyvitamin-D zu bilden, kann geschlossen werden, dass Vitamin D ein zentrales Hormon mit schützender Wirkung auch bei anderen Krankheiten ist.
Vitamin D hat auch andere Funktionen, wie die Immunmodulation, die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen und Krebs. So reguliert es das Wachstum der Zellen und verhindert jenes von Tumoren durch erhöhte Zelldifferenzierung. „Die Inhibierung der Angiogenese verhindert weiters die Metastasierung. Die Einnahme von 1.000 IU Vitamin D konnte in einer Studie das Risiko für ein Kolonkarzinom um die Hälfte reduzieren. Ähnlich gute Daten finden sich auch für das Mammakarzinom“, berichtete Notelovitz.
„Zur optimalen protektiven Wirkung von Vitamin D ist ein Blutspiegel von etwa 80 nmol erforderlich. Die Einnahme von 800 bis 1.000 IU Vitamin D scheint dazu geeignet, diesen Level zu erreichen. Neben den physiologischen Veränderungen im Rahmen der Alterung spielen aber eben auch genetische Faktoren eine wesentliche Rolle. Ebenso ist der Ausgangswert von Bedeutung.“ Die Supplementation von Vitamin D als präventive Maßnahme für gewisse Erkrankungen scheint eine kostengünstige Methode zur Unterstützung eines gesunden Alterns zu sein. Notelovitz sieht in Vitamin-D-Analoga aussichtsreiche Substanzen für einen Einsatz in der „Anti-Aging-Therapie“ und empfiehlt weitere Untersuchungen, um auch die individuell richtige Dosis zu ermitteln.

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