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Allgemeinmedizin 6. Februar 2007

36 Jahre Novartis-Preis

Seit 1971 wird der Novartis-Forschungspreis für hervorragende Leistungen in der Grundlagenforschung in Medizin,
Chemie, Biologie/Biochemie vergeben.

Zum 36. Mal verlieh das Novartis Institutes for BioMedical Research Wien den mit insgesamt EUR 30.000 dotierten Novartis-Preis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf den Gebieten Chemie, Biologie/ Biochemie und Medizin. Der Novartis-Forschungspreis zählt in Österreich heute zu den renommiertesten Auszeichnungen für WissenschafterInnen.

Zufällige Häufung – alle Preisträger aus Innsbruck

„Novartis fördert Grundlagenforschung als Basis für den Fortschritt“, stellte Prof. Dr. Anton Stütz, Novartis Forschungsinstitut, anlässlich der Preisverleihung am 26. Jänner fest. „Als Basis für die Entscheidung der Jury zählen Kreativität und Innovation der Projekte.“ Alle drei Preisträger 2006 forschen in Innsbruck:
• Doz. Dr. Andreas Villunger, Division für Experimentelle Pathophysiologie, MedUni Innsbruck / Novartis-Preis 2006 für Medizin für seine Arbeit über Proteine, die die Apoptose kontrollieren
• Doz. Dr. Norbert Polacek, Sektion für Genomik und RNomik, Biozentrum, MedUni Innsbruck / Novartis-Preis 2006 für Biologie für seine Arbeit über die Funktion der Ribosomen und ihre unterschiedlichen Bindungseigenschaften und
• Dr. Kathrin Breuker, Institut für Organische Chemie, Biozentrum, Leopold-Franzens Universität Inns- bruck / Novartis-Preis 2006 für Chemie für ihre Forschungen zum Verhalten von Proteinen im lösungsmittelfreien Zustand. Dabei zeigte sich beispielsweise, dass die Dehydratation der Umgebung zur Umkehrung der Proteinstabilitäten führt. Darüber hinaus entwickelte Breuker mit der Massenspektrometrie ein bedeutsames Verfahren zur Identifizierung und Charakterisierung von Proteinen.

Kreativität und Innovation setzen Neugier voraus

Kreativität und Innovation, die hervorragende Forschung ausmachen, seien nur mit der entsprechenden Neugier möglich, unterstrich Prof. Dr. Helga Nowotny, Vizepräsidentin des European Research Council und Festrednerin. Nur die zunächst nicht zielgerichtete Neugier ermögliche jene Offenheit, die schließlich zu neuen Erkenntnissen führen kann. Und sie warnte vor der „Erwartungsfalle” in Sachen Wissenschaft, die immer größer werde: „Das Potenzial von Wissen wird vorschnell als binnen kurzer Zeit realisierbarer Gewinn gesehen.“ Dabei werde übersehen, dass Grundlagenforschung ein Vorstoß in das Unbekannte ist und deren Resultate nicht vorhersehbar sind. Wissenschaftliche Neugier ist die Triebfeder, doch diese lässt sich nicht leicht in bestimmte Richtungen lenken. Mit der nun neuen Förderung der Grundlagenforschung auf EU-Ebene werde es möglich, die Grenzen des Wissens zu verschieben und Europa weltweit besser zu positionieren.

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