zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 31. Jänner 2007

Maske macht Merkzettel überflüssig

Die Wirkung der Maskenbeatmung bei obstruktiver Schlafapnoe ist gut belegt, die Compliance aber schlecht. Eine rezente Untersuchung zeigt: Wer die Maske nützt, kann besser denken.

Für die Therapie der anfallsweise auftretenden verlängerten Atempausen im Schlaf gibt es verschiedene Optionen: Gewichtsreduktion gehört ebenso dazu wie die Vermeidung von Alkohol und Betablockern sowie operative Eingriffe. Die nichtinvasive Beatmungstherapie ist jedoch „einer der Eckpfeiler der Behandlung schlafbezogener Atemstörungen“, wie Dr. Georg Kampfhammer vom Schlaflabor der 2. Internen Lungenabteilung am Wiener Otto-Wagner-Spital beim letzten Jahreskongress der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie ausführte. Klassischerweise wird das einfache obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSA) mittels DPAP(continuous positive airway pressure)-Therapie behandelt. Doch die Patienten – ein bis zwei Prozent der Frauen und zwei bis vier Prozent der Männer – tun sich bekanntlich schwer, die nächtliche Maskenbeatmung auf Dauer durchzuhalten.
Einen neuen Anreiz für eine gute Compliance liefert nun eine US-Studie: Bei optimaler Nutzung der Therapie bessert sich die eingeschränkte Gedächtnisleistung der Patienten deutlich oder normalisiert sich sogar.

Bloß zwei Stunden pro Nacht ist zu wenig

In der Studie wurden 58 OSA-Patienten im Alter von 25 bis 85 Jahren drei Monate lang mit nächtlicher CPAP-Maskenbeatmung behandelt und danach in drei Gruppen eingeteilt: Patienten, die als „ungenügende Nutzer“ definiert wurden, wendeten die Beatmung höchstens zwei Stunden pro Nacht an, „mittlere Nutzer“ zwei bis sechs und „optimale Nutzer“ mindestens sechs Stunden.
Vor Beginn der Behandlung wurde die Gedächtnisleistung mit dem Hopkins-Verbal-Learning-Test gemessen. Patienten mit normaler Gedächtnisleistung erreichten in diesem Test mindestens 40 Punkte. Die OSA-Patienten in der Studie erreichten vor der Therapie im Durchschnitt 30 Punkte. Nach dreimonatiger CPAP-Therapie hatten die „ungenügenden Nutzer“ eine Gedächtnisleistung von 35 Punkten, die „mittleren Nutzer“ von 39 und die „optimalen Nutzer“ von 42 Punkten. Die Wahrscheinlichkeit, eine normale Gedächtnisleistung zu haben (40 Punkte), war bei den optimalen Nutzern achtmal höher als bei den ungenügenden Nutzern: ein signifikanter Unterschied (Chest Dec 2006; 130:1772–1778).

Zusätzliches Argument zur Verbesserung der Compliance

„Unsere Studienergebnisse könnten Ärzten ein starkes Argument in die Hand geben, Patienten zur konsequenten Nutzung der CPAP-Therapie zu motivieren“, so das Forscherteam um Dr. Mark Aloia aus Denver im US-Staat Colorado. So hatten mit CPAP von den „ungenügenden Nutzern“ 21 Prozent eine normale Gedächtnisleistung, von den „mittleren Nutzern“ 44 Prozent und von den „optimalen Nutzern“ 68 Prozent. Die Gedächtnisleistung im Hopkins-Verbal-Learning-Test wurde vor Therapiebeginn und nach drei Monaten von geschulten Interviewern bestimmt.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben