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Allgemeinmedizin 13. Dezember 2006

Langzeit-Effekt bei Parkinson

Je früher eine Behandlung mit dem neuen MAO-B-Hemmer Rasagilin (Azilect®) begonnen wird, desto günstiger scheint das Langzeit-Outcome, das zeigten Ergebnisse der TEMPO-Studie, bei der Rasagilin in Monotherapie im Vergleich zu Placebo eingesetzt wurde. Weitere Studien bestätigten die Wirkung von Rasagilin sowohl in der frühen Monotherapie als auch in der Spättherapie in Kombination mit Levodopa.

 Azilect® 1mg

„Der Vergleich eines verzögerten zum frühen Therapiebeginn zeigte für die Monotherapie mit dem neuen MAO-B-Hemmer Rasagilin (Azilect®) in der TEMPO-Studie verglichen mit Placebo eine signifikante Effektgröße von durchschnittlich 4 Punkten auf der UPDRS-Skala“, berichtete Prof. Dr. Werner Poewe, Vorstand der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie. Der Effekt bleibt auch nach bis zu 6,5 Jahren Behandlung bestehen, wie eine offene Extensionsstudie belegt.
Als primäres Studienziel in der TEMPO-Studie galt eine Veränderung gemäß der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS), sekundäre Studienziele waren kognitive und motorische Veränderungen sowie der Einfluss auf die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL). Die Patienten erhielten zunächst 1 mg bzw. 2 mg Rasagilin einmal täglich oder Placebo über sechs Monate. Danach wurden alle Patienten mit 1 mg Rasagilin weiter behandelt.
In beiden Behandlungsgruppen war nach einem Jahr die Veränderung auf der UPDRS-Skala signifikant geringer im Vergleich zu Placebo. Die Extensionsstudie wurde an 85 Prozent der ursprünglich randomisierten Patienten durchgeführt. Die Patienten erhielten weiterhin 1 mg Rasagilin täglich.

Weniger Fluktuationen

Dass sich Rasagilin auch gut in der Kombination mit einer dopaminergen Therapie einsetzen lässt, zeigten die beiden Studien PRESTO und LARGO. So er­gab die multizentrische LARGO-Studie, dass sich die mittleren täglichen Off-Zeiten durch Rasagilin um durchschnittlich 1,18 Stunden verringern lassen.
Zu ganz ähnlichen Resultaten kam die in den USA durchgeführte PRESTO-Studie: Auch sie zeigte, dass die Kombination von Rasagilin und Levodopa motorische Fluktuationen und typische Parkinson-Symptome deutlich mildert. Insgesamt 472 Parkinson-Patienten erhielten zusätzlich zu ihrer dopaminergen Therapie mit 1,0 bzw. 0,5 mg Rasagilin bzw. Placebo. Im Vergleich zum Ausgangspunkt nahm unter 1,0 mg Rasagilin die tägliche Off-Zeit um 1,85 Stunden ab, unter 0,5 mg um 1,41 Stunden. Im Vergleich dazu betrug die Verkürzung der Off-Zeiten unter Placebo 0,49 Stunden.

Gute Wirksamkeit

„Wir haben damit die Resultate von insgesamt drei Studien vorliegen, die uns zeigen, dass Rasagilin sowohl in der frühen Monotherapie als auch in der Spättherapie in Kombination mit Levodopa eine deutliche Wirkung hat“, fasste Poewe zusammen. „Auch über die Langzeitwirkung wissen wir auf Grund der offenen Extensionsstudie Bescheid: sie zeigt, dass Patienten mit frühem Behandlungsbeginn auch noch nach einigen Jahren Vorteile gegenüber jenen mit spätem Behandlungsbeginn haben.“

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