zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 11. Oktober 2006

Neue Perspektiven für Alzheimer-Patienten

Reminyl® retard (Galantamin) ist seit 1. Juli 2006 in der hellgelben Box (RE2) des EKO und damit wie alle anderen im Handel befindlichen Acetylcholinesterasehemmer mit ausreichender Dokumentation ohne Vorabbewilligung verschreibbar.

Die Therapie mit Antidementiva war in letzter Zeit zu Unrecht kritisiert worden, den Krankheitsprozess nur kurzfristig hinauszuzögern und daher nicht kosteneffizient zu sein. Ein modernes Antidementivum sollte daher vor allem in der Langzeittherapie effizient sein, um sowohl medizinischen als auch ökonomischen Zweifeln an der Sinnhaftigkeit seines Einsatzes standhalten zu können.
Durch seine neue Darreichungsform kann Galantamin (Reminyl® retard) dieser Anforderung gerecht werden. Die einmal tägliche Verabreichung am Morgen ist sehr anwenderfreundlich. Eine gute Compliance ist der erste Schritt zu einer längerfristigen Einnahme eines Medikaments.
Die neue Galenik macht Reminyl® retard noch besser verträglich als die bisherige nicht retardierte Form (Dunbar et al. (2006): Clin Therap 28 (3), 365-372). Der duale Wirkmechanismus und die damit assoziierte erhöhte Neuroprotektion werden als weitere Faktoren für die gute Langzeitwirksamkeit von Reminyl® retard gesehen (Raskind MA et al. (2000): Neurol 54, 2261-2268).
Gute Verträglichkeit in der Aufdosierungsphase ist eine der Grunderfordernisse an Acetylcholinesterasehemmer, um frühzeitige Therapieabbrüche zu vermeiden und eine Langzeittherapie sicherzustellen. Mikropellets in den Reminyl® retard-Kapseln gewährleisten eine kontinuierliche Wirkstoff-Freisetzung über 24 Stunden und einen gleichmäßigen Galantamin-Plasmaspiegel.

Optimierte Verträglichkeit

In einer post hoc-Analyse an über 900 Patienten zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied bzgl. der Parameter Übelkeit und Erbrechen zwischen Reminyl® retard und Placebo in der Aufdosierungsphase (Dunbar et al). Reminyl® retard führt, wie auch andere Acetylcholinesterasehemmer, zu einer reversiblen kompetitiven Acetylcholinesterasehemmung. Darüber hinaus wirkt Galantamin auf die nikotinischen Acetylcholinrezeptoren, wodurch die Freisetzung von Acetylcholin zusätzlich gefördert wird (Raskind MA et al.). Durch die Sensibilisierung sprechen die Rezeptoren außerdem stärker auf Acetylcholin an (Tariot PN et al. (2000): Neurol 54, 2269-2276).

Neuroprotektive Wirkung

Eine Stimulation der nikotinischen cholinergen Funktionen im ZNS von Alzheimer-Patienten führt außerdem zu einer Verbesserung des Gedächtnisses und der Lernfähigkeit, zur Reduktion von Verhaltensstörungen sowie zur Neuroprotektion vor beta-Amyloid-induziertem Zelltod und damit zur Beeinflussung der Krankheitsprogression (Albuquerque EX et al. (2001): Alzheimer Dis Assoc Disord 15 (Suppl. 1), 19-25). Eine langfristige Behandlung von Alzheimer-Patienten mit Galantamin verlangsamt den kognitven Abbau bis zu vier Jahre (Burns A et al. (2004): Poster 8. EFNS-Kongr, Paris, Frankreich). Die Patienten können Aktivitäten des täglichen Lebens länger alleine ausführen (Galsko D et al. (2004): JAGS 52, 1070-1076).
Nach drei Jahren konstanter Behandlung mit Galantamin können noch etwa neun von zehn Alzheimer-Patienten zu Hause leben, unbehandelt nur mehr zirka einer von zehn (Feldman H et al. (2004): Poster 8. EFNS-Kongr, Paris).

 Reminyl®

 Reminyl®

 Indikationen und Dosierung von Reminyl® Retard

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben