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Allgemeinmedizin 4. Oktober 2006

Madaus-Preis 2006 vergeben

Der mit je 1.000 Euro für Preisträger und zuständige Institute dotierte Madaus-Preis ging heuer an drei junge Pharmazeutinnen aus Wien, Graz und Innsbruck.

 Gruppenbild
Dr. Fritz Gamerith (Madaus; re.) mit Preisträgerinnen und wissenschaftlichen Betreuern (von li. nach re): Prof. Dr. Rudolf Bauer (Graz), Prof. DDr. Brigitte Kopp und Mag. Doris Ruprecht (Wien), Prof. Dr. Hermann Stuppner und Mag. Susanne Pschorr (Innsbruck).

Laut WHO werden von den 300.000 weltweit derzeit bekannten Pflanzenarten 20.000 als Arzneipflanzen genutzt. Eine gute und vor allem gleich bleibende Qualität der Pflanzen besitzt in der Arzneimittelherstellung hohen Stellenwert. Um eine homogene Wirkstoffausbeute in der Feldkultur zu gewährleisten, werden einheitliche Setzlinge in Gewebekulturen herangezogen. Diese sind jedoch aufwändig zu betreuen und störungsanfällig.

Pflegeleichte Gewebekultur

Mag. Doris Ruprecht, Department für Pharmakognosie, Uni Wien, erhielt den Madaus-Preis für ihre Forschungstätigkeit zur Verbesserung des Temporären Immersions-Systems TI (zeitlich begrenztes Einbetten in eine Flüssigkeit) anhand der Italienischen Strohblume (Helichrysum italicum) und von Johanniskraut (Hypericum perforatum), sodass daraus eine einfach zu handhabende Gewebekultur-Methode entstand. Außerdem konnte die Qualität der gezogenen Pflanzen verbessert werden: Bei früheren Methoden nahm ein Teil der Pflanzen zu viel Wasser auf und war für die Weiterverwendung unbrauchbar. Ruprecht gelang es, die Bedingungen so zu optimieren, dass nur mehr ein kleiner Teil Pflanzen hyperhydratisierte.

Qualitätsbestimmte Analysen

Die Entwicklung einer neuen Gehaltsbestimmungsmethode für die Rhabarberwurzel (Rhei radix) gelang Mag. Sonja Monschein, Institut f. Pharmazeutische Wissenschaften, Uni Graz. Ihre nun ausgezeichnete Diplomarbeit beschreibt die HPLC (High Performance Liquid Chromatography), mit der Proben rasch qualitätsbestimmend analysiert werden können. Mit der HPLC können Substanzen nicht nur getrennt, sondern auch identifiziert und in ihrer Menge bestimmt werden. Außerdem hat Monschein ein Gemisch von Lösungsmitteln zum Herauslösen der Inhaltsstoffe aus der Wurzel und zum Einbringen in die HPLC-Apparatur entwickelt.

Neue und alte Inhaltsstoffe

Ziel der preisgekrönten Diplomarbeit von Mag. Susanne Pschorr, Institut für Pharmazie, Abt. Pharmakognosie, Uni Innsbruck, war die Aufklärung des Inhaltsstoffspektrums der Weißwurzel (Tragopogon porrifolius L) und des Krausblättrigen Löwenzahns (Leontodon crispus). Pschorr isolierte aus Tragopogon porrifolius L. drei Substanzen: Scorzocreticosid I, Thunberginol C sowie Tragopogonsäure. Enttäuschend verlief die Suche nach so genannten Sesquiterpenen, die eine bessere Einordnung des Krausen Löwenzahns innerhalb der Gattung Leontodon ermöglichen sollten. Überraschend war der Nachweis von Equisetumpyron, ein Stoff, der bisher nur in Schachtelhalmen gefunden und erstmals aus einer Samenpflanze isoliert wurde.

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